Samstag, 27. August 2016

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Negativzins bald zu teuer für Banken? Sparkassen liebäugeln mit Tresor statt EZB

Tresor statt EZB: Sparkassen rechnen bereits durch, ob die Geldaufbewahrung für sie in einem Tresor wirtschaftlicher ist

Haben Sie schon einen eigenen Safe, falls Ihre Bank einen Strafzins auf Ihre Einlage verlangen sollte? Banken selbst müssen diese Gebühr bei der Europäischen Zentralbank bereits zahlen. Sparkassen erwägen deshalb, größere Summen lieber im Haustresor zu verwahren.

Als Reaktion auf die Strafzinsen für Geldeinlagen bei der Europäischen Zentralbank denken einige Sparkassen über eine Aufbewahrung höherer Summen im eigenen Tresor nach. Einige bayerische Institute hätten sich bereits erkundigt, wie der Versicherungsschutz in diesem Fall erhöht werden müsste, sagte eine Sprecherin des Sparkassenverbandes in Bayern am Freitag und bestätigte damit einen Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Die Zeitung zitierte aus einem internen Rundschreiben des Verbandes, in dem die Frage mit Beispielrechnungen erörtert worden sei. "Die Sparkassen stellen sich deshalb die Frage, ob es für sie wirtschaftlicher sein könnte, hohe Bargeldwerte nicht, wie bisher, bei der EZB einzulagern, sondern stattdessen selbst zu verwahren."

Die Sprecherin des Sparkassenverbandes betonte allerdings, dass es sich nur um ein theoretisches Szenario handele. "Die Sparkassen prüfen alle möglichen Optionen."

Ein Sprecher des Sparkassen- und Giroverbandes in Berlin betonte, dass es sich bei der aktuellen EZB-Gebühr nicht lohne, das Geld selbst aufzubewahren. Derzeit müssen Banken 0,3 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie Geld bei der Notenbank parken.

Fachleute gehen davon aus, dass die EZB den "Strafzins" beziehungsweise negativen Einlagezins künftig noch erhöhen wird. Wo hier die Schmerzgrenze liegt - etwa bei 0,5 oder 1,0 Prozent -, ab der die Kunden ihr Geld lieber abheben anstatt für dessen Verwahrung bei der EZB oder auch der Hausbank zu bezahlen, darüber gehen die Meinungen auseinander.

Dass dieses Geld dann im Tresor sicherer aufgehoben ist als unter der Matratze, darüber herrscht allerdings kein Dissenz.

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