Samstag, 23. September 2017

Schnelles Geld Warum kluge Menschen auf Finanzakrobaten hereinfallen

Martin Weber ist BWL-Professor in Mannheim und beschäftigt sich mit der Psychologie der Kapitalmärkte
Filip Fröhlich für manager magazin
Martin Weber ist BWL-Professor in Mannheim und beschäftigt sich mit der Psychologie der Kapitalmärkte

2. Teil: Das Märchen vom Weltmarktführer in der Nische

Es ist der Augenblick, in dem Geschichten vom Weltmarktführer in der Nische, von blendenden Aussichten und starkem Wachstum ausgepackt werden. Geschichten, die ins Weltbild passen, aber meist mit einer schlichten Frage als Fantastereien zu entlarven sind. Warum sollte etwa ein Unternehmer mit großartigen Perspektiven Anlegern 7 Prozent Zinsen für eine Anleihe bezahlen, wenn er das gleiche Geld bei der Bank für 2 oder 3 Prozent bekommen könnte?

Vermutlich doch nur, weil er es tatsächlich von keinem Geldhaus bekommt, den Kreditexperten dort die Risiken zu hoch erscheinen.

Ich jedenfalls habe es nie bereut, wenn ich wieder eine hundertprozentige Chance mit meiner Maus eliminiert habe. Ich bin zwar deshalb nicht reicher, als es einem guten deutschen Professor ansteht, ich bin aber auch nicht ärmer geworden, weil ich mich in etwas verrannt hätte, dessen Risiken ich nicht überblickt hätte. Am Ende ist es doch so, dass simple und leicht verständliche Wertpapiere, gestreut über viele Anlageklassen, noch immer die Erfolg versprechendste Strategie darstellen.

Börse und Psychologie: "Aktienkurse gehorchen dem Zufall"

Seite 2 von 2
Nachrichtenticker

© manager magazin 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH