Donnerstag, 21. September 2017

Drohende Prokon-Pleite Mit Vorsicht zu genießen

Düstere Aussichten: Den Inhabern von Prokon-Genussscheinen steht kaum Gutes bevor - ebensowenig wie manch anderen Anlegern dieser Investmentform

2. Teil: Wie unterscheidet man einen seriösen Genussschein von einem unseriösen?

Experten zufolge muss man bei den Emittenten von Genussscheinen zunächst unterscheiden zwischen gesetzten Unternehmen des klassischen Mittelstands auf der einen Seite und jüngeren Firmen in der Wachstumsphase auf der anderen. Während Erstere in der Regel über einen stetigen Cash-Flow verfügen, mit denen sich die Zinsversprechen erfüllen lassen, handelt es sich bei Letzteren oft um eine Wette auf die Zukunft. "So ist es auch bei Prokon", sagt Andreas Müller, Chef des Vermögensverwalters IMC in Mannheim. "Wenn eine Gesellschaft keine laufenden Gewinne erzielt, sollten Anleger von dem Genussschein die Finger lassen."

Ein zweiter Punkt ist die Frage der Börsennotierung. An der Börse Stuttgart etwa werden unter anderem auch Genussscheine von kleineren Firmen wie Salvator Immobilien oder PNE Wind gehandelt, oft zu Kursen weit unter dem Ausgabepreis.

Dennoch hat die Börsennotierung gegenüber dem reinen Graumarktgeschäft Vorteile. "Jede Form von Genussrechtangebot, dass nicht über eine Börse jederzeit handelbar ist, sollten Anleger meiden", sagt Lothar Koch, Portfoliomanager der GSAM + Spee Asset Management. "Mit einer Börsennotierung gibt es Pflichten, die ein Emittent erfüllen muss." Nach Ansicht des Investmentexperten zeigt gerade der Fall Prokon, wie wichtig diese Handelbarkeit ist. "Man ist dann nicht auf Gedeih und Verderb der Willkür des Emittenten ausgeliefert", sagt Koch.

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