Samstag, 23. September 2017

Neues Investment in den USA Auch Münchener Rück kassiert künftig Parker ab

Parkuhr in Chicago: An den Parkgebühren in der Großstadt verdient die Münchener Rück künftig mit, konkurriert hier allerdings mit der Allianz Versicherung

Auf der Jagd nach sicherer Rendite steigt die Münchener Rück bei einem der größten Parkraumbetreiber in den USA ein - und konkurriert mancherorts sogar mit der Allianz. Infrastrukturinvestments unter Versicherern bleiben aber nach wie vor gering. Das könnte sich in Zukunft ändern.

Langfristig stabile und kalkulierbare Erträge - Experten nennen diese Vorteile immer wieder, wenn sie über Investitionen in Infrastruktur sprechen. Straßen, Autobahnen, Brücken, Wasserversorgung, Stromnetze, Wind- und Solarparks - die Optionen sind vielfältig, der Investitionsbedarf ist riesig.

Angesichts niedrigster Renditen bei sicheren Investments müssten Anleger die Milliarden nur so in Infrastrukturprojekte pumpen, möchte man meinen. Erst recht Versicherer, setzt ihr Geschäftsmodell mit langfristigen Verpflichtungen doch ebenso langfristig sichere Erlösströme voraus. Dem ist aber immer noch nicht so. Seit Jahren schon machen die Kapitalanlagen der deutschen Versicherer in diesem Segment kaum mehr als 1 Prozent aus.

Auch die Münchener Rück liegt hier gerade mal bei 1 Prozent. Dabei ist der weltgrößte Rückversicherer mit Kapitalanlagen von zuletzt 220 Milliarden Euro gerade erst mit einem Konsortium bei "Interpark" eingestiegen, einem der größten privaten Betreiber von Parkhäusern und Parkflächen in den USA. "Die Investition in US-amerikanische Parkplatzanlagen diversifiziert unser Portfolio weiter und hilft uns dabei, nachhaltige, kalkulierbare Cashflows zu generieren", zitiert die Meag Managing Director Holger Kerzel.

Der Vermögensmanager des Versicherers will sich zur Höhe des Investments und den Renditeerwartungen auf Nachfrage von manager-magazin.de nicht äußern. "Damit würden wir unsere Chancen auf diesem hart umkämpften Markt nur schmälern", sagt Sprecher Josef Wild.

Der hohe Wettbewerb durch andere Investoren, die ebenfalls unentwegt nach einem verlässlichen Cashflow fahnden, sei ein wichtiger Grund dafür, dass selbst große Versicherungskonzerne mit hoher Expertise in diesem Segment nicht deutlich mehr Kapital in Infrastrukturprojekte steckten. Zweitens fehle es an qualitativ hochwertigen Infrastrukturprojekten gerade in Deutschland, so Wild.

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