Dienstag, 23. Mai 2017

Staatsanwalt ermittelt gegen Investor Malte Hartwieg Anlageberater "bereit, ins Gefängnis zu gehen"

Im Verdacht: Malte Hartwieg.

Wegen des Verdachts auf Anlegerbetrug in Millionenhöhe ermittelt die Staatsanwaltschaft München gegen den Investor Malte Hartwieg und dessen Geschäftspartner. Hartwieg sagte der "Welt am Sonntag", er sei sich keiner Schuld bewusst. "Weder meine Frau noch ich haben Anlegergelder aus Deutschland mitgenommen.". Die Staatsanwaltschaft wirft den Investoren vor, Anleger mit einem Schneeballsystem getäuscht und Gelder in die eigene Tasche gesteckt zu haben.

Hartwieg sagte, er sei "bereit, ins Gefängnis zu gehen". Er verlange aber ein faires Verfahren. "Dann muss mir schon bewiesen werden, dass ich etwas Schlechtes gemacht habe."

Die Ermittlungen seien aufgrund vieler Strafanzeigen aufgenommen worden und würden noch einige Zeit dauern. Der Verdacht laute auf Betrug, Untreue und Geldwäsche, sagte Oberstaatsanwältin Hildegard Bäumler-Hösl der Deutschen Presse-Agentur. Gut 16 Millionen Euro wurden inzwischen auf einem Konto in Monaco sichergestellt.

Die Beschuldigten hatten Kapitalanlagen auf dem grauen Kapitalmarkt angeboten. Anleger zahlten in Fonds ein, die das Geld unter anderem in eine Dynasty-Oil-Company in Texas und in Bio-Energie-Projekte in den Vereinigten Arabischen Emiraten investieren sollten. Hartwieg sagte der "Welt am Sonntag", er habe innerhalb weniger Jahre auf diesem Wege mehr als 2,5 Milliarden Euro eingesammelt.

Den Anlegern wurden Gewinnbeteiligungen von bis zu 16 Prozent pro Jahr in Aussicht gestellt. Tatsächlich aber sollen die Investoren mit Hilfe von Strohleuten Millionen für sich abgezweigt haben. Laut Staatsanwaltschaft besteht "der dringende Verdacht, dass die Beschuldigten hierbei handelten, um sich aus der wiederholten Tatbegehung eine Einnahmequelle von einiger Dauer und nicht unerheblichem Umfang zu verschaffen".

dpa, soc

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