Montag, 25. Juli 2016

Preisanstieg in Marktturbulenzen Sollen Anleger jetzt Gold kaufen?

Gold im Fokus: Ist der aktuelle Preisanstieg von Dauer?

Globales Börsenbeben, weltpolitische Krisen und dazu noch düstere Prophezeiungen von Ökonomen, die behaupten, den ultimativen Finanzcrash am Horizont aufziehen zu sehen: Kein Wunder, dass sich der Goldpreis in diesem Jahr so prächtig entwickelt. Anfang dieser Woche sprang der Preis des Edelmetalls nochmals in die Höhe und kletterte erstmals seit Monaten über die Marke von 1200 Dollar je Unze. Um etwa 13 Prozent hat Gold damit 2016 bereits zugelegt. Inzwischen ist wieder das Niveau von Juni 2015 erreicht - seinerzeit hatte das Edelmetall diese Marke allerdings noch auf dem Weg nach unten passiert.

Ist dies also tatsächlich die Wende beim Goldpreis? Ist es der richtige Augenblick, um von riskanten Assets wie Aktien in den als sicher betrachteten Hafen zu flüchten? Die Frage dürfte sich aktuell mancher Anleger stellen.

Tatsächlich gehen Investoren offenbar in großer Zahl zumindest vorläufig von weiter steigenden Preisen aus. Mehr als 2,6 Milliarden Dollar flossen dieses Jahr bereits in ETFs, die Gold und andere Edelmetalle abbilden, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Gleichzeitig befinden sich die Gold-Bestände dieser ETFs auf dem höchsten Stand seit Juli vergangenen Jahres.

Noch besser spiegelt das Geschehen an der New Yorker Terminbörse die Erwartung der Akteure wider. Laut Bloomberg waren dort am Montag acht der zehn meistgehandelten Gold-Optionen Wetten auf steigende Preise. Die höchsten Umsätze erzielte eine Call-Option, die dem Besitzer einen Kaufpreis von 1200 Dollar je Unze im April sichert. Auf Platz zwei landete ein Call, bei dem der garantierte Kaufpreis im April sogar 1250 Dollar beträgt. Wer niedrigere Preise erwartet, wird von solchen Optionen tunlichst die Finger lassen.

Wie lange steigt der Goldpreis noch?

Hinzu kommen weitere Anzeichen für höhere Goldpreise in nächster Zeit: Die Put-Call-Ratio etwa, das Verhältnis von pessimistischen zu optimistischen Optionen in Bezug auf den weltgrößten Gold-ETF SPDR Gold Shares, bewegt sich auf so niedrigem Niveau wie zuletzt 2008. Zudem erhöhten Investmentmanager ihre Long-Positionen am Terminmarkt laut Bloomberg zuletzt um 49 Prozent.

Die Frage ist allerdings, wie nachhaltig der aktuelle Preisanstieg ist. Hat der Goldpreis ein Tal durchschritten und strebt nun längerfristig neuen Hochs zu? Oder wird die Aufwärtsbewegung ebenso abrupt wieder enden, wie sie begonnen hat?

Einige Analysten verweisen zwar darauf, dass die aktuelle Rallye wohl auch durch Short-Abdeckungen beschleunigt werde. Das heißt: Spekulanten haben zuvor auf fallende Preise gesetzt und müssen sich nun möglichst rasch eindecken, um ihre Positionen zu schließen. So etwas kann kurzfristig zu überschießender Nachfrage führen.

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