Sonntag, 4. Dezember 2016

Goldpreis Goldfans wittern Morgenluft

Comeback des Goldpreises: Das sagen die Experten
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Steht der Goldpreis vor dem Comeback? Nach dem Katastrophenjahr 2013 hat das neue Jahr für das Edelmetall deutlich besser begonnen. Jetzt übersprang der Preis eine magische Hürde - einige Experten sehen das Ende der Schwächephase bereits gekommen.

Hamburg - Erstmals seit drei Monaten überschritt der Goldpreis Ende der vergangenen Woche wieder die Marke von 1300 Dollar pro Unze. Am Freitag wurde die Feinunze (etwa 31,1 Gramm) in London in der Spitze zu einem Kurs von 1320 Dollar gehandelt. Über das Wochenende zog der Preis noch weiter an. In Singapur etwa wurden Preise von bis zu 1330 Dollar je Unze verzeichnet.

Damit setzt der Goldpreis Börsen-Chart zeigen seine Erholung fort, die er schon Ende 2013 begonnen hatte. Zuvor hatte er empfindliche Verluste hinnehmen müssen und im Laufe des vergangenen Jahres bei etwa 1180 Dollar den tiefsten Stand seit 2010 erreicht.

Insgesamt liegt der Goldpreis in diesem Jahr nun etwa 10 Prozent im Plus. Als Grund für den Anstieg sehen Experten vor allem die schwächeren Daten zur US-Konjunktur, die auch den Dollar belastet haben. Gold wird in der US-Währung gehandelt, ein schwacher Dollar verstärkt die Nachfrage außerhalb des Dollar-Raums.

Das Edelmetallunternehmen Heraeus etwa verweist auf die Nachricht gesunkener US-Einzelhandelsumsätze im Januar, die in der vergangenen Woche dem Gold Impulse verliehen habe. Gleichzeitig meldeten sich mehr Amerikaner arbeitslos, so dass insgesamt das Gefühl gestärkt worden sei, dass der Rückzug der US-Notenbank Fed aus der ultra-lockeren Geldpolitik möglicherweise nicht im geplanten Maße fortgeführt werden könne.

Paulson hält Goldanteil stabil

Unterstützung bekommen Optimisten auch von Seiten der technischen Analyse. Mit der Bewegung der vergangenen Tage ist der Goldpreis nach Angaben von Heraeus charttechnisch über den 200-Tage-Durchschnittspreis von 1303,72 Dollar je Unze gesprungen. Das sei zuletzt vor etwa einem Jahr passiert.

Laut Heraeus werden nun schon Stimmen laut, die das Ende des Abwärtstrends für Gold verkünden. Ein Anzeichen dafür sei auch der Zufluss von Mitteln in die Gold-ETFs (Exchange Traded Funds), vornehmlich den SPDR Gold Trust GLD, den größten Goldfonds der Welt. Nach den starken Abflüssen im vergangenen Jahr und dem offensichtlichen Rückzug institutioneller Investoren könnte eine Trendwende an dieser Stelle dem Metall zugutekommen, so die Experten, die selbst ebenfalls Potenzial für steigende Preise sehen.

Einer, der dem Gold derzeit die Treue hält ist US-Hedgefonds-Lenker John Paulson. Der Milliardär und Großanteilseigner am SPDR-Gold-Trust-Fonds hatte Mitte 2013 massiv Gelder aus dem Fonds abgezogen. Im letzten Quartal 2013 jedoch hielt Paulson seinen Anteil stabil, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg mit Bezug auf Unterlagen der Regierung berichtet.

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