Mittwoch, 31. August 2016

Gold Die "ultimativ harte Währung"?

Comeback des Goldpreises: Das sagen die Experten
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Gold - auf der einen Seite ein Kriseninvestment, das jüngst wieder an Wert gewann. Auf der anderen Seite wuchern erneut Gerüchte um die Manipulation des Goldpreises. Ein Balanceakt für Marcus Grubb, Chef des World Gold Councils (WGC) - und damit internationaler Advokat des Edelmetalls.

mm: Gold glänzt wieder, zumindest an den anziehenden Kursen gemessen. Können die Gerüchte um Manipulationen des Goldpreises diesen Glanz dämpfen?

Grubb: Das World Gold Council (WGC) spielt ja keine Rolle in der Festlegung des Goldpreises - und wir haben auch nichts mit dem Fixing in London zu tun, das wird ja von der London Gold Fixing Company überwacht. Dieses System gab es fast ein ganzes Jahrhundert lang und in dieser Zeit unterlag der Goldmarkt seismischen Verschiebungen in Nachfrage und Handel, allein schon im vergangenen Jahrzehnt. Und derzeit ist das Londoner Price-Fixing nun einmal der weltweit von Goldhändlern akzeptierte Referenzpunkt. Allerdings wird er sich, wie alle Marktindizes und Preismechanismen, weiter entwickeln, um sich den Regularien anzupassen sowie dem Umfeld, in dem er sich bewegt.

mm: Derzeit steigen die Goldpreise ja wieder nach zwei schwachen Jahren - ein nur zwischenzeitlicher Glanz?

Grubb: Gold agiert auf den wirtschaftlichen Fundamentaldaten von Angebot und Nachfrage. Wir meinen, dass grundsätzlich die Nachfrage stark ist, während das Angebot beschränkt bleiben und diese Dynamik langfristig den Preis sowie die Nachfrage nach dem Edelmetall treiben wird. Und anders als bei anderen Rohstoffen sorgen die geografischen sowie sektoralen Unterschiede der Goldnachfrage über Juweliere, Zentralbanken, Technologie und Investments dafür, dass Gold immer eine relevante Rolle spielen wird, sowohl für Privatanleger als auch für institutionelle Investoren.

mm: Das heißt, alles wird gut?

Grubb: Wenn man einmal über die Zeit schaut, sieht man, dass sich Gold typischerweise nach substantiellen Rücksetzern erholt hat - das haben wir im Jahr 2013 gesehen und erwarten eine Stabilisierung im Laufe des kommenden Jahres. Das Jahr hat mehr als je gezeigt, dass Gold einen echten Wert schafft - kulturell, ästhetisch, aber vor allem als Wertaufbewahrung. Immerhin erkennt eine wachsende Mittelklasse im Osten Gold als gute Alternative, ihren Wohlstand zu schützen. Entsprechend ist die Nachfrage nach Gold für Schmuck auf dem höchsten Stand seit 2008, während die Nachfrage nach Münzen und Barren so hoch wie noch nie seit Existenz des WGC.

mm: Braucht Gold dann eigentlich noch einen Advokaten wie das WGC?

Grubb: Die Nachfrage nach Gold wird sicherlich immer stark bleiben. Aber sie ebbt ab und flutet, geografisch und sektoral. Das bedeutet auch, dass sich die Arbeit des WGC als Advokat des Golds immer weiter entwickelt und nie redundant ist. Es bleibt unsere Rolle, dafür zu sorgen, dass die Eigenschaften von Gold immer wieder betont werden.

mm: Und wann haben Sie mehr Arbeit - in der Goldhausse oder wenn die Preise fallen?

Grubb: Die Finanzmärkte ebben und fluten nun einmal. Wir vom WGC versuchen den Investoren einen Einblick und damit die Chance zu geben, Gold besser zu verstehen. Wenn Sie so wollen, informieren, erziehen und unterstützen wir, als erste Quelle für informierte Meinung und Ratschlag mit Blick auf Gold.

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