Donnerstag, 30. Juni 2016

Milliardär und Investor Carsten Maschmeyer "Wer 10 Investments macht, sieht bis zu 5 Insolvenzen"

Milliardär Maschmeyer mit seiner Gattin, der Schauspielerin Veronica Ferres: Die Beiteiligung Barzahlen.de des Finanzunternehmers wurde mit dem "Digital Banking Award" ausgezeichnet.

2. Teil: "Es wird ein Fintech-Sterben geben"

Maschmeyer: Vom Grundsatz her ist diese Faustregel richtig. Wer sich an zehn Unternehmen beteiligt, sucht sich ja nicht zehn ähnliche Firmen heraus. Wir diversifizieren in die beiden Zukunftssegmente Internet und Healthcare. Damit sind wir in zwei Wachstumsbranchen investiert, die nicht miteinander vernetzt sind, sodass die eine unberührt bleibt, sollte die andere mal leiden. Innerhalb dieser Segmente setzen wir auf verschiedene Zukunftstrends, wie etwa Travel, eCommerce oder Medizintechnik. Man muss sich aber bewusst sein: Wer zehn sehr frühphasige Investments tätigt, wird traurigerweise drei bis fünf Insolvenzen sehen. Deshalb sind wir besonders stolz darauf, dass von den 14 Unternehmen, an denen sich Alstin beteiligt hat, zehn auf gutem Kurs sind und teilweise schon mehrfach so hoch bewertet sind wie bei unserem Einstieg.

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mm.de: Bei Barzahlen.de ist das Misstrauen vieler Kunden gegenüber der Online-Zahlung Teil der Geschäftsgrundlage. Bei anderen Fintechs dagegen kann die Sorge der Menschen um den Datenschutz ein echtes Hindernis sein. Wird dieses Problem die Branche in Zukunft beeinträchtigen?

Maschmeyer: Das wird in der Tat so sein. Bestimmte Transaktionen wickeln Kunden nur ab, wenn sie es mit großen Markennamen zu tun haben. Wer damit nicht aufwarten kann, wird künftig ein Problem bekommen. Bei Geld verstehen viele Menschen keinen Spaß.

mm.de: Viele Fintechs dürften also schon aus diesem Grunde kaum überleben.

Maschmeyer: Richtig. Ich bin überzeugt: So wie es bei den Banken ein Filialsterben gibt, wird es auch ein Fintech-Sterben geben. Ich schätze, dass von den derzeitigen insgesamt 200 Firmen leider 90 Prozent auf der Strecke bleiben und nur circa 20 dauerhaft erfolgreich sein werden, sei es eigenständig oder an eine Bank angedockt.


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