Montag, 23. Oktober 2017

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Plus 17 Prozent in einer Woche Was hinter der Bitcoin-Hausse steckt

Bitcoin-Schmuckmünze

Die Digitalwährung Bitcoin bleibt auf Rekordkurs: Nachdem der Wert eines Bitcoin am Wochenende auf mehreren Online-Handelsplattformen erstmals über 2000 US-Dollar gestiegen war, notiert der Bitcoin Price Index aktuell schon über 2100 Dollar. Seit März hat sich der Kurs damit mehr als verdoppelt. Ein einzelner Bitcoin ist aktuell deutlich wertvoller als eine Feinunze Gold, die gut 1250 Dollar kostet.

Der Bitcoin ist eine digitale Währung, die vor nicht einmal zehn Jahren entstanden ist. Bitcoins werden in komplizierten Rechenprozessen erzeugt und auf Plattformen im Internet gegen klassische Währungen gehandelt. Das Bitcoin-System nutzt dabei die sogenannte Blockchain-Technologie. Dabei handelt es sich um eine verschlüsselte Datenbank, in der alle Transaktionen gespeichert werden.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Währungen unterliegt der Bitcoin keiner Kontrolle durch Staaten oder Notenbanken. Kritiker monieren, dass die Digitalwährung wegen der schwer nachvollziehbaren Zahlungswege auch für kriminelle Zwecke verwendet werden kann. Andere Kritiker verweisen auf die hohen Schwankungen. Im Januar war der Kurs noch unter die Marke von 800 Dollar gerutscht, auch im März hatte es einen größeren Rückschlag gegeben.

Warten auf die SEC

Zuletzt trieben aber zwei Entwicklungen den Kurs: Zum einen hatte Japan den Bitcoin zu einem offiziellen Zahlungsmittel erklärt. Zum anderen könnte die Börsenaufsicht SEC einen auf Bitcoins basierenden Indexfonds zulassen und damit die Digitalwährung im klassischen Finanzmarkt salonfähig machen; im März hatte die Behörde dem ETF zunächst eine Absage erteilt, will diese Entscheidung nun aber erneut prüfen. Hinter dem Fonds stecken die Winklevoss-Zwillinge, die durch ihren Streit mit Facebook-Chef Mark Zuckerberg über die Idee für das soziale Netzwerk bekannt wurden.

Auch gelten Anleger aus China, Russland oder Venezuela, die aktuell unter einer Entwertung ihrer eigenen Währung leiden oder diese fürchten, als Bitcoin-Fans. Russlands Vize-Finanzminister Alexey Moiseev hatte erst im April in einem "Bloomberg"-Interview angekündigt, seine Regierung hoffe, im Jahr 2018 Bitcoin und andere Kryptowährungen offiziell anzuerkennen; hoffentlich könne man dann wirkungsvoller gegen illegale Geldtransfers vorgehen.

Die Bundesbank warnte unlängst aber Sparer vor Geldanlagen in der Digitalwährung. Der Bitcoin sei "ein Spekulationsobjekt", dessen Wert sich rapide verändere, hatte Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele der "Welt am Sonntag" gesagt. "Aus unserer Sicht ist der Bitcoin kein geeignetes Medium, um Werte aufzubewahren."

luk, dpa-afx

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