Samstag, 30. Juli 2016

Wege durch die Nullzinsära Wie man Vermögen aufbaut - trotz Niedrigzinsen

Altersvorsorge in Zeiten niedriger Zinsen: "Der beste Tag, um mit der Vermögensbildung zu beginnen, ist heute"

Altersvorsorge: Statt zu investieren parken die Deutschen ihr Geld lieber auf Festgeldkonten. Vermögensaufbau aber geht in Zeiten niedriger Renditen ganz anders.

Die Maxvorstadt zählt zu den angesagten Vierteln in München - hippe Cafés, coole Läden, schrille Galerien. Mitten im begehrten Kiez wohnen Anna Martin und Daniel Friedheim in einer hellen Dreizimmerwohnung. Sie gehen zu Fuß ins Restaurant, fahren mit dem Rad zum Einkaufen auf den Biomarkt und am Wochenende im Mini-Cabrio in die Berge.

Urbaner Lifestyle, den sich das Paar auch leisten kann. Beide sind Akademiker, verdienen gut bei einem Internetunternehmen und in einer Kanzlei. Bessere Perspektiven gehen kaum. Und dennoch machen sich der Politikwissenschaftler und die Juristin große Sorgen um ihre Zukunft. "Wir können von Glück sagen, wenn wir mal 1500 Euro Rente bekommen", sagt Friedheim.

Selbst wenn es am Ende mehr werden sollte, Martin und Friedheim müssen etwas tun, wenn sie im Ruhestand keine Abstriche an ihrer Lebensqualität machen wollen. So viel ist sicher. Nur wie? Zinsen - sind quasi ausgestorben!

Klassische Vorsorgewerkzeuge wie Anleihen und Lebensversicherungen - funktionieren nicht mehr! Aktien - erscheinen nach der Hektik an den Börsen viel zu riskant! Und Immobilien - taugen im teuren München nur für Millionäre. "Ich habe eine regelrechte Blockade, wenn es um Geldanlage geht", sagt Anna Martin.

Gefunden in
Portfolio
Juli 2015

Das Magazin Portfolio erscheint als Beilage des manager magazins.

Digitale Ausgabe
Gedruckte Ausgabe
manager magazin testen + Geschenk
Abo
Mit diesem Gefühl steht die junge Frau nicht allein da. Längst herrscht ein unguter Fatalismus in Deutschland - gerade die informierten Besserverdiener sehen kaum noch Möglichkeiten, ihren Lebensstandard langfristig durch lukrative Investments abzusichern.

Und so lassen sie aus purer Ratlosigkeit Summen, die eigentlich für sie arbeiten könnten, auf Festgeldkonten und Sparbüchern mit Zinsen von derzeit durchschnittlich 0,45 Prozent liegen. Rund 1,9 Billionen Euro Kapital verlieren so durch die Nullzinspolitik der Zentralbanken permanent an Kaufkraft. Der Schwund durch die Inflation beträgt schätzungsweise 15 Milliarden Euro - Jahr für Jahr.

Eine genauso gigantische wie unnötige Verschwendung. Denn auch in Zeiten wie diesen können Anleger ihre Zukunft finanziell langfristig absichern. Zu diesem ermutigenden Ergebnis jedenfalls kommen die unabhängigen Finanzexperten, die für portfolio Anlagestrategien entworfen haben - passend zu unterschiedlichen Lebensphasen und familiären Konstellationen.

Gemeinsam ist den Finanzkonzepten: die breite Streuung - vom Aktienfonds bis zur privaten Rentenpolice. Michael Huber, Geschäftsleiter der Vermögenszentrum GmbH, rechnet seinen Klienten immer wieder vor, wie sich ein breit gestreutes Aktien- und Anleiheportfolio trotz geringen Risikos rentiert: "Bei einem Anlagezeitraum von mehr als zehn Jahren kommt typischerweise eine Rendite von rund 6 Prozent heraus." Und es gilt: Je länger der Anlagezeitraum, desto weniger fallen Einbrüche und Flauten an den Kapitalmärkten ins Gewicht.

"Der beste Tag, um mit der Vermögensbildung zu beginnen, ist heute", sagt Ellen Ehrich. Die Inhaberin der Honorarberatung EEC weiß aus jahrzehntelanger Praxis, dass der ideale Zeitpunkt für den Einstieg ohnehin nicht existiert.

Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin 7/2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH