Montag, 30. Mai 2016

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Erneuerbare Energien Allianz erntet den Wind jetzt auch in Amerika

Bereit zum Abheben: In New Mexiko wird die Allianz zum ersten Mal Geld in ein Windpark-Projekt stecken

In Europa hat die Allianz bereits in viele Windparks investiert. Jetzt wagt der Versicherer erstmals auch den Schritt in die USA - obwohl es dort keine Einspeisevergütung gibt.

Europas größter Versicherer Allianz wagt sich zum ersten Mal auf den US-Markt für Erneuerbare Energien. Die Allianz investiert zusammen mit der Bank of America Merrill Lnych in zwei Windparks im Bundesstaat New Mexico, die von der französischen EDF Renewable Energy entwickelt werden, teilte Allianz Capital Partners am Montag mit.

Der Versicherer steckt Finanzkreisen zufolge gut 200 Millionen Euro in das Projekt und stemmt damit allein 30 Prozent der Kosten von mehr als 600 Millionen Euro. Die Führung in dem Gemeinschaftsunternehmen hält EDF.

Die 150 Turbinen mit einer Leistung von zusammen knapp 300 Megawatt (MW) sollen Strom für rund 170.000 Haushalte in New Mexico produzieren. Anders als Deutschland erhalten die Eigner von Windparks keine Einspeisevergütung, die US-Regierung schafft Anreize stattdessen über Steuervergünstigungen, von denen die US-Tochter der Allianz profitiert.

Allianz-US-Tochter profitiert vor allem über Steuervergünstigungen

"Die Projekte in den USA sind tendenziell größer als in Europa. Das ist reizvoll für große Investoren wie die Allianz, weil der zeitliche und prüferische Aufwand der gleiche ist wie für kleinere Projekte", begründete Allianz-Capital-Partners-Manager David Jones den Schritt über den Atlantik. "Wir hoffen, dort kurz- und mittelfristig weitere Investments zu tätigen."

Insgesamt hat die Allianz damit nach eigenen Angaben umgerechnet rund 2,9 Milliarden Euro in Wind- und Solarprojekte gesteckt. Insgesamt gehören ihr nun 60 Wind- und sieben Solarparks.

Solche Infrastruktur-Investitionen sind für Versicherer interessant, weil sie über lange Zeit sichere Renditen abzuwerfen versprechen. Allerdings haben die deutschen Versicherer - eingedenk der Allianz bislang weniger als 1 Prozent ihrer gesamten Kapitalanlagen in Infrastruktur und Erneuerbare Energien investiert.

Infrastruktur-Investments: Warum Versicherer trotz größerer Renditechancen vorsichtig sind.

rei/Reuters

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