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18.04.2013
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Gold-Crash
Die Spur führt nach Washington

Von Christoph Rottwilm

Zentralbanken im Fokus: So wird angeblich am Goldpreis gedreht
Fotos
REUTERS

Ein Sturz um mehr als 10 Prozent in zwei Tagen - Verschwörungstheorien um den Goldpreis haben seit vergangenem Wochenende wieder Konjunktur. Nur wenige sind allerdings so konkret und gründlich recherchiert wie die von Buchautor Dimitri Speck.

Hamburg - Am 5. August 1993 begann am Goldmarkt eine neue Zeitrechnung - jedenfalls wenn man der Theorie glaubt, die Dimitri Speck vom Investmentmanager Staedel Hanseatic aufgestellt hat. Seit jenem Sommertag vor 20 Jahren, so der Rohstoffanalyst und Buchautor, unterliegt der Preis des Edelmetalls nicht mehr dem freien Spiel des Marktes. Er wird vielmehr von unsichtbaren Kräften gezielt beeinflusst.

Verschwörungstheorien über Preismanipulationen gibt es so einige in der Community der Gold-Fans. Und seit dem Crash vor wenigen Tagen haben sie wieder Hochkonjunktur. Binnen 48 Stunden war der Goldpreis um mehr als 10 Prozent abgestürzt. Selbst Experten tun sich schwer, für den historischen Einbruch eine Erklärung zu finden.

Kaum eine der exotischen Hypothesen, die im Internet in Blogs und Foren herumgereicht werden, ist allerdings so umfangreich und gründlich recherchiert, wie jene, die Dimitri Speck in seinem Buch "Geheime Goldpolitik" ausbreitet. Auch der aktuelle Preissturz, so Speck, könnte damit zusammenhängen.

Die Behauptung des Goldfachmanns: Im Sommer 1993 beschloss die US-Notenbank Fed, den Goldpreis nicht mehr sich selbst zu überlassen, sondern gezielt zu deckeln. "Es gab zu der Zeit eine große Inflationsgefahr", sagt Speck im Gespräch mit manager magazin online. "Der seinerzeitige Fed-Chef Alan Greenspan gab die Devise aus: Wenn der Goldpreis weiter steigt, wandelt er sich vom Inflationsindikator zum Inflationsantreiber, weil die Leute dann aus Sorge um den Geldwert ihr Verhalten ändern würden." Diese Ansicht Greenspans, so Speck, sei in Fed-Protokollen dokumentiert.

Deutliche Kursanomalien

Die Folge: Laut Speck beschloss die Fed unter Greenspan, den Goldpreis nicht über 400 Dollar je Unze steigen zu lassen, ein Wert, der nach Angaben des Experten in der Folge auch einige Jahre hielt.

Als wichtigsten Beleg legt Speck eine Analyse der täglichen Goldpreisentwicklung seit 1986 vor, unterteilt in die Zeit bis zum 4. August 1993 sowie ab dem 5. August 1993, dem laut Speck entscheidenden Tag der Zeitenwende am Goldmarkt also. Um regelmäßige Aufälligkeiten identifizieren zu können, betrachtet er den durchschnittlichen Intraday-Verlauf des Goldpreises.

Und siehe da: Beide Graphen unterscheiden sich tatsächlich signifikant voneinander. Zeigt der Chart für die Zeit von 1986 bis 1993 einen relativ gleichmäßigen Verlauf, so gibt es seit 1993 offenbar häufig einen herben Rückgang des Goldpreises, und zwar täglich exakt zum Nachmittags-Fixing des Goldpreises an der New Yorker Rohstoffbörse Comex.

"Das ist zunächst einmal eine deutliche Kursanomalie, die erklärungsbedürftig ist", sagt Speck. "Meine Erklärung dafür lautet, dass regelmäßig zum weltweit beachteten Nachmittags-Fixing am Goldmarkt interveniert wird. Und ich halte es für wahrscheinlich, dass diese Interventionen durch die US-Notenbank oder ein nahestehendes privates Bankhaus geschehen." Es sei nämlich denkbar, so der Analyst, dass inzwischen auch andere Institute, beispielsweise US-Großbanken, an dem fragwürdigen Geschehen beteiligt sind.

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Zur Person

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    Dimitri Speck ist Rohstoffanalyst beim Vermögensverwalter Staedel Hanseatic. In seinem Buch "Geheime Goldpolitik" untersucht und beschreibt er die vermutete Interventionspolitik der Zentralbanken am Goldmarkt.








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