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25.12.2012
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Geldanlage
Wie Goldhändler Kleinanleger umgarnen

Auch für Kleinanleger interessant: Das Geschäft mit dem Gold
Corbis

Auch für Kleinanleger interessant: Das Geschäft mit dem Gold

2. Teil: In Indien ist Gold schon lange Parallelwährung

In Ländern wie Indien, dem weltgrößten Verbraucher, sei Gold aber schon immer Parallelwährung gewesen. Von den Plättchen, die aufgrund ihrer Sollbruchstellen auch "Schokoladebarren" genannt werden, hat die vom US-Goldkonzern Newmont Mining kontrollierte Firma bereits mehrere Tonnen abgesetzt.

Im Hauptmarkt Deutschland stiegen die Verkaufszahlen, sagt Mesaric. Auch in Österreich und der Schweiz laufe das Geschäft gut. In Indien sei die Firma dabei, den Vertrieb aufzubauen, in den USA sei der Markteintritt für nächstes Jahr geplant.

Skeptisch zeigt sich dagegen Fondsmanager Stephan Müller von der Bank Julius Bär. "Als Wertanlage ist physisches Gold sinnvoll", sagt Müller, der für den sechs Milliarden Dollar schweren börsengehandelten Gold-Fonds des Schweizer Instituts verantwortlich ist. "Ob es sich als Zahlungsmittel durchsetzt, bezweifle ich aber. Denn wer Gold als Bezahlung annimmt, muss dem anderen blind vertrauen können." Der Grund: Die Güte von Gold könne nur in einem sehr aufwendigen Verfahren geprüft werden.

50.000 Goldautomatkunden

Die Kunden von Degussa Goldhandel, die seit 2011 in Ladengeschäften in Deutschland und der Schweiz Goldbarren und Münzen verkauft, greifen trotzdem zu den Combibarren. "Von Woche zu Woche nimmt die Nachfrage zu", sagt Andreas Hablützel, Leiter des Schweizer Geschäfts. Käufer seien Großeltern, die ihren Enkeln statt einer Münze jedes Jahr eine Reihe schenkten oder Leute, die davon überzeugt seien, dass Gold zum Zahlungsmittel werde.

"Vor allem in Deutschland befürchten Leute, die Gold kaufen, dass der Euro auseinanderbricht oder die Banken in Probleme reinlaufen." Je nach Krisentemperatur stiegen die Umsätze, beobachtet auch Thomas Geissler. Seine Firma Ex Oriente Lux betreibt in Europa, den USA und den Vereinigten Arabischen Emiraten insgesamt 17 Verkaufsautomaten für Gold.

Den Rekordumsatz erreichten die Automaten im Jahr 2010, einen Tag nach einer Rede des damaligen Deutsche-Bank-Chefs Josef Ackermann zur Griechenlandkrise. Seit der Inbetriebnahme der Automaten hätten 50.000 Konsumenten für über 21 Millionen Euro Gold bezogen. Der durchschnittliche Käufer sei männlich, über fünfzig Jahre alt und zähle zur Oberschicht.

"Die Kunden bewahren das Gold meist zu Hause als Krisenvorsorge auf, so wie dies die Väter und Großväter früher getan hatten", sagt Geissler. Bekomme die Firma von der Finanzbranche genügend Mittel zur Finanzierung des Goldbestandes, peilt Geissler ein kräftiges Wachstum an. "Unsere Kapazität ist sicher für einen Ausbau von 100 Verkaufsautomaten pro Jahr gut."

krk/rtr

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