Samstag, 30. Juli 2016

Anlegen in Sachwerten Reale Renditen

Vergleich: Was Sachwerte an Rendite brachten
Fotos
Corbis

Die Inflation liegt bereits über 2 Prozent und hohe Staatsschulden sowie niedrige Zinsen lassen einen weiteren Anstieg befürchten. Als Schutz gegen Vermögensverlust locken Investments in Häuser, Autos, Kunst und ähnliches. Ein Überblick über bisherige Renditen und künftige Möglichkeiten.

Hamburg - 50 Prozent Wertsteigerung innerhalb von fünf Jahren - das ist schon eine Hausnummer. In der Innenstadt Hamburgs stiegen die Preise für neuen Wohnraum seit 2007 durchschnittlich um diesen Wert. So geht es aus dem aktuellen Bauträgermarktbericht hervor, den der örtliche Immobiliendienstleister Grossmann & Berger diese Woche in der Hansestadt vorgestellt hat.

In besonders begehrten Lagen, so Grossmann & Berger, ziehen die Preise sogar noch rasanter an. Spitzenreiter im vergangenen Jahr etwa war der Stadtteil Uhlenhorst mit einem Plus von fast 20 Prozent. Der Quadratmeter in exklusiver Lage mit Blick auf die Außenalster kostet dort inzwischen beinahe 6000 Euro.

Die Gründe für den Aufwärtstrend kennt Frank Stolz, Leiter Neubau bei Grossmann & Berger, der die Studie erstellt hat: steigende Mieten, eine geringe Rate neu fertiggestellten Wohnraums, eine steigende Bevölkerungszahl, ein niedriges Zinsniveau für die Finanzierung, eine florierende Wirtschaft in der Hansestadt sowie das Misstrauen der Anleger gegenüber den Finanzmärkten.

Vor allem letzteres spielt laut Stolz eine große Rolle. "Viel Geld wird zurzeit von den Finanzmärkten in den sicheren Hafen der Immobilie umgeschichtet", sagt er. "Kaum noch ein Käufer fragt nach möglichen Renditen, die Sicherheit der Vermögensanlage steht klar im Vordergrund." Laut Stolz gilt das nicht nur für Kapitalanleger, auch Eigennutzer entschließen sich angesichts der vielen Unwägbarkeiten an den Kapitalmärkten immer rascher für einen Kauf. Der Fachmann ist sich daher sicher: Die Immobilienpreise in Hamburg werden vorläufig weiter steigen.

Inflationsangst überwiegt

Als sichere Anlage gilt allerdings nicht nur die Immobilie. Anleger mögen auch andere Sachwerte, wenn es an den Finanzmärkten turbulent zugeht. Die Furcht vor einer möglichen Inflation ist dabei stets präsent. In den vergangenen zehn Jahren seit Einführung des Euro-Bargelds Börsen-Chart zeigen lag die offizielle Teuerungsrate hierzulande zwar nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Schnitt bei lediglich 1,6 Prozent pro Jahr. Gegenwärtig ist der Wert allerdings schon über die 2 Prozent gestiegen. Die gefühlte Inflation ist zudem für viele Menschen noch höher, weil gerade die Preise von Produkten des täglichen Bedarfs mitunter stärker steigen.

Hinzu kommt, dass die aktuelle Situation der Weltwirtschaft mit Euro-Schuldenkrise und lockerer Zinspolitik vieler Notenbanken die Sorgen um einen künftigen Anstieg der Preissteigerungsraten nährt. Auch die Experten von der Privatbank Ellwanger & Geiger in Stuttgart beobachten daher den Trend zu Realwerten. "Gefragt sind vor allem Immobilien, Diamanten, Oldtimer und zeitgenössische Kunst", erklärt Arnim E. Kogge, Leiter Private Banking der Bank.

Doch nicht alle Sachwerte versprechen als Geldanlage gleichermaßen Sicherheit. Das zeigt schon ein Blick auf die Renditen der Vergangenheit. Zudem müssen bei jeder Anlageform Besonderheiten beachtet werden, häufig ist erhebliche Fachkenntnis erforderlich.

manager magazin Online gibt einen Überblick über die wichtigsten Sachwertanlagen und sagt, worauf beim Investment zu achten ist. Klicken Sie sich durch.

Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH