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02.03.2012
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Investments 2012
Deutschlands Anleger im Dilemma

Von Arne Gottschalck

Deutschland, ein Frühlingsmärchen? Von wegen
AFP

Deutschland, ein Frühlingsmärchen? Von wegen

Derzeit gelten viele Aktien als billig. Experten raten daher zum Einstieg. Doch die Deutschen zaudern - denn was wäre, wenn Aktien dauerhaft billig blieben? Ein Blick in die unsichere Zukunft.

Hamburg - 1,5 Milliarden Dollar können nicht irren. 1,5 Milliarden Dollar haben Investoren per Saldo in der Zeit vom 1. April bis 31. Dezember 2011 aus den Fonds und Anlagevehikeln der Man Group abgezogen, vermeldet die Gesellschaft am Donnerstag. Damit machen die Investoren zweierlei deutlich. Zum einen, dass sie Aktien nicht trauen. Zum anderen, dass sie auch Alternativen skeptisch gegenüber stehen. Ein Dilemma, vor dem auch deutsche Anleger stehen.

Beispiel Alternative Anlagen. Unternehmen wie die Man Group haben sich auf solche Investments spezialisiert. Des technischen Finanzsprechs entkleidet bedeutet das, dass sie Hedgefonds oder zum Beispiel auch Managed Futures verwalten. Alles Produkte, die zumindest am Reißbrett die Schwankungen der Börsen abfedern können, indem sie beispielsweise Aktien leer verkaufen und so auch in fallenden Märkten Geld erwirtschaften können. Und unruhig sind die Märkte. Das beobachtet man auch auf den Fluren von Man in London. "In Griechenland und Spanien scheinen sich die politischen Spannungen zu verschärfen, während der Ölpreis zuletzt kräftig gestiegen ist", sagt Simon Savage, der dort zusammen mit Pierre Lagrange den GLG European Long Short Fund verwaltet. "In der Folge würde ich auf alle Fälle weitere Phasen hoher Volatilität nicht ausschließen."

Auch die Zahlen sprechen dafür. So lag die Volatilität des Dax Chart zeigen, um nur ein Beispiel eines Aktienindex zu geben, zuletzt bei einem Volatilitätswert von 23. In den ruhigen Phasen der Vergangenheit, zum Beispiel die Phase zwischen 2004 und 2006 lag diese Größe unter 20. Dagegen schoss diese Kennzahl in den Jahren 2009 und 2011 bis auf 60 in den Himmel. Und wie sieht die Zukunft aus? Beruhigend wäre es, wenn die Nervosität, die Schwankungen, schwinden würden, wie die Erinnerung an einen bösen Traum. Doch genau das bezweifeln Experten.

Herausforderung Zukunft

Volatile Märkte auch in Zukunft - ein Dilemma für Privatanleger und professionelle Investoren. Auf der einen Seite suchen beide nach rentablen Anlagen. Die einen zum Beispiel für die Finanzierung der eigenen Altersvorsorge, die anderen, um ihre gesetzlichen oder vertraglichen Verpflichtungen gegenüber ihren Kunden zu erfüllen. Doch auf der anderen Seite scheuen sie das Risiko, das mit höheren Renditen untrennbar einhergeht. Die damit einhergehende Unentschlossenheit zeigen die Zu- und Abflüsse in die unterschiedlichen Anlageklassen.

Aktien beispielsweise sind traditionell Renditebringer für Portfolios. Doch noch liegt viel Geld am Spielfeldrand, die Investoren zaudern. Inzwischen wird auch das Mantra des "Buy-and-Hold", der Idee, eine Aktie zu kaufen und liegen zu lassen, immer öfter in Frage gestellt. Ebenso wird die Frage lauter gestellt, welchen Sinn Fonds erfüllen, die passiv nur einen Index nachzeichnen, aber Gebühren für aktives Management in Rechnung stellen. Eine weitere Ausprägung des Dilemmas offenbart der Blick auf die Emerging Markets.

Deren Wirtschaftswachstum "ist seit Jahren deutlich höher als das der entwickelten Märkte", sagt Jean-Louis Scandella, der bei Comgest mit dem Growth Global Emerging Markets einen Fonds verwaltet, der sich auf diese Märkte konzentriert. "Das bedeutet aber noch lange nicht, dass sich diese Entwicklung auch automatisch an der Börse niederschlägt. Etliche der Aktien sind beispielsweise sehr teuer geworden und ein Einstieg damit obsolet." Und das hat einiges damit zu tun, dass der entsprechende Börsenindex MSCI Emerging Markets die großen Länder wie Indien und China deutlich übergewichtet.

Die Chancen, die sich in kleineren Ländern wie beispielweise Polen bieten, werden damit verkannt, findet Scandella. Entsprechend kommen die Emerging Markets in deutschen Depots nicht an - und nicht nur in denen. Das belegt eine Studie des britischen Geldanlagehauses Schroders jedes Jahr aufs Neue. Wenn Investoren Aktien kaufen, stammen diese in aller Regel aus Deutschland. Im Ausland sieht das übrigens nicht viel besser aus. Wenn - denn der Anleger zaudert. 3,8 Millionen Aktionäre gab es 2011 in Deutschland. Das sind nicht mal vil mehr als im Jahre 1992. Nach den Erfahrungen der vergangenen zehn Jahre ist diese Abstinenz durchaus verständlich. Denn mit internationalen Aktien, in Fonds verpackt, haben die Investoren nach Berechnungen des Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) ein Minus von 0,9 Prozent erzielt.

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