Montag, 25. Juli 2016

Inflationsangst Flucht in den Wald

Flucht in Sachwerte: Aus Angst vor Inflation steckt mancher Investor sein Geld in Forstinvestments

Die steigende Inflationsangst und der Sachwertboom rücken Waldinvestments in den Blick. Inland, Ausland, Kiefer, Eiche, Teak - die Auswahl, vor die vor allem Anbieter geschlossener Fonds den Anleger stellen, ist groß. Doch was bringt am meisten Rendite?

Hamburg - Spätestens nach den beiden Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) in jüngster Zeit dürfte bei vielen Investoren erneut das gefürchtete I-Wort durch die Köpfe spuken: Inflation. Wohin mit dem Geld, ist dann die Frage. Welches Investment bietet zumindest teilweise Schutz vor der Geldentwertung?

Immobilien zum Beispiel werden gern als klassischer Sachwert und damit als vergleichsweise sicherer Hafen angesteuert. Doch nicht nur Wohnungen und Bürogebäude fallen unter diese Kategorie. Immobil sind auch Grundstücke, Ackerflächen und: Wälder.

Aber wie in Wald investieren? Und wo? Und in welches Holz? Das Spektrum an Anlagemöglichkeiten ist groß. Es gibt Makler, die ganze Waldstücke anbieten, und es gibt zahlreiche geschlossene Fonds, über die indirekt investiert werden kann. Darüber hinaus können Aktien von Forst- oder forstnahen Firmen erworben werden. Oder Zertifikate, die auf dieses Segment zugeschnitten sind.

Zudem stellt sich die Frage, wo auf der Welt investiert werden soll. Und in welche Baumart. Mischwälder in Rumänien, Teakholz in Vietnam, Kiefern in den USA - die Auswahl für den Anleger ist wiederum schier unbegrenzt.

100 Hektar Mischwald für eine Million Euro

Klar ist: Wer sich selbst ein Waldstück zulegen möchte, benötigt dafür das nötige Kleingeld - und die Zeit und Möglichkeiten, sich um die Bewirtschaftung zu kümmern. Der Spezialmakler Greif & Meyer zum Beispiel hat derzeit einige Objekte im Angebot. Etwa 100 ha (Hektar) Mischwald am Niederrhein, rund 25 Kilometer nördlich von Duisburg, sollen eine Million Euro kosten. In der Nähe von Remscheid sind 97 ha für 775.000 Euro zu haben.

"Für die Eigenbewirtschaftung sollte ein Wald nicht kleiner sein als eine Eigenjagd, also mindestens 75 ha", sagt Nils Weber, Geschäftsführer der Deutschen Forst Invest in München, die Fonds ausschließlich für institutionelle Investoren auflegt. "Sonst wird das Kosten/Ertragsverhältnis ungünstig und die Rendite stimmt nicht mehr."

Für kleinere Geldbeutel kommen daher vor allem Waldfonds in Frage. Der Nachteil: Bei der Flucht vor der Inflation bleibt häufig schon am Waldrand ein Teil des Geldes hängen, nämlich in Form vergleichsweise hoher Kosten und Gebühren, die für diese Anlageart typisch sind.

Darüber hinaus verfolgen die Initiatoren die unterschiedlichsten Anlagestrategien. Beispiel Nordcapital: Mit dem bereits zweiten Waldfonds investiert das Emissionshaus erneut in Rumänien, wo das Fondsportfolio soeben mit dem Erwerb von gut 5000 ha Mischwald komplettiert wurde.

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