Dienstag, 30. August 2016

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Gold nahe Rekordhoch "Intervention dürfte Goldpreis beflügeln"

1920 US-Dollar je Unze: Gold hat am Dienstag ein neues Hoch getestet

Die Rezessionsangst treibt den Goldpreis weiter an. Die Intervention der Schweizer Notenbank stoppt zwar den Höhenflug des Franken, kann die Nachfrage nach Gold aber nur für kurze Zeit bremsen. Analysten rechnen damit, dass die Intervention mittelfristig den Goldpreis sogar weiter in die Höhe treibt.

London - In der Spitze kostete eine Feinunze Gold (rund 31 Gramm) am frühen Dienstagmorgen 1920,25 US-Dollar. Der Preis lag damit deutlich über dem alten Rekordwert bei 1913,50 Dollar. Allein seit dem vergangenen Freitag hat der Goldpreis um 90 Dollar oder fast 5Prozent zugelegt.

Als Preistreiber beim Gold nennen Experten die Angst vor einem Rückfall der Weltwirtschaft in die Rezession und die Sorge vor einer Eskalation der europäischen Schuldenkrise.

Schweizer Intervention kann Höhenflug nur kurz bremsen

Kaum hatte der Goldpreis am Morgen seinen neuen Höchstwert erreicht, wurde er durch eine massive Intervention der Schweizer Notenbank SNB an den Devisenmärkten ausgebremst. Die Maßnahmen der SNB hätten "die Finanzmärkte durcheinander gewirbelt", hieß es in einer Einschätzung der Commerzbank.

Im Zuge der Turbulenzen fiel auch der Goldpreis zeitweise auf ein Tagestief bei 1860 Dollar. Im weiteren Handel pendelte sich der Preis für das gelbe Edelmetall dann aber wieder schnell bei rund 1900 US-Dollar ein.

Die Intervention der SNB dürfte den Preis für das gelbe Edelmetall auf Sicht der kommenden Wochen eher stützen als belasten, meinen Analysten. Im Bemühen der Schweizer, ihre Währung zu schwächen, hätten die Eidgenossen gleichzeitig auch den "sicheren Hafen" Franken für die Anleger beschädigt, hieß es von Händlern.

Schweizer Franken fällt als Fluchtwährung zunächst aus

In den zuletzt stürmischen Zeiten an den internationalen Finanzmärkten war der als besonders sicher geschätzte Franken eine willkommene Alternative zur Geldanlage. Ohne den Franken müssen sich die Investoren künftig noch stärker zum Beispiel auf Gold konzentrieren.

"In Wirklichkeit dürfte die Entscheidung der SNB den Goldpreis geradezu beflügeln", kommentieren die Experten der Commerzbank ihre Erwartungen auf mittlere Sicht.

Zudem vertraten Experten wie bereits in den Wochen zuvor die Einschätzung, dass es sich beim aktuellen Höhenflug des Goldpreises nicht um eine Spekulationsblase handelt. An den Finanzmärkten werde das gelbe Edelmetall vielmehr als eine Art Versicherung gegen Inflationsgefahren vor dem Hintergrund der weltweiten Schuldenkrise gesehen.

la/dpa/ap

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