Mittwoch, 28. Juni 2017

Gefährliche Gold-Hausse Die dunkle Seite der Pracht

Gold-Gaunereien: Die Stolpersteine in Bildern
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AP

Anleger suchen Sicherheit in der Fluchtwährung Gold. Doch die Gold-Hausse lockt nicht nur seriöse Anbieter auf den Plan: Investoren sollten sich vor der steigenden Zahl von Graumarkt-Angeboten in Acht nehmen.

Hamburg - Ein Rastplatz an einer deutschen Autobahn, eingehüllt in Dieselgeruch und Motorengedröhn. Kein Platz zum Verweilen - und auch keiner für Finanzgeschäfte. Dennoch wird dort immer wieder Gold verkauft, zumeist Schmuck aus dem Kofferraum. Keinesfalls nur vereinzelt.

"Offizielle Zahlen gibt es zwar nicht, aber dass die bösen Buben immer dann auftauchen, wenn die Menschen nervös werden, das war schon immer so, auch in den Jahren 2000 und 2001", sagt Klaus Nieding, ein auf Anlagerecht spezialisierter Anwalt. "Die Menschen wissen, dass Gold wertvoll geworden ist und sind deswegen auch empfänglich für so eine Verlockung." Und denken nicht nur über Goldfonds oder Krügerrands nach, sondern über weitere Möglichkeiten, in das teure Metall zu investieren.

So wie sie sich scheinbar an deutschen Autobahnen bieten, wo Menschen vermeintliche Schmuckstücke als vermeintliches Schnäppchen kaufen. Oder in Internetshops, in denen Goldmünzen oder auch Barren feilgeboten werden. "Eindeutig betrügerisch sind Online-Webshops, die im Gewand seriöser Edelmetallhändler auftreten und gegen Vorkasse Goldmünzen und -barren anbieten, die dann niemals geliefert werden", sagt Fabian Haunss von der Plattform trustable gold.

Selbst ein zwischengeschalteter Treuhänder ist kein Schutz, wie ein Fall aus Jena beweist. Dort hatten die Täter etwa 1000 so genannte "Finanzagenten" angeworben, auf deren Konten die Überweisungen der Kunden landeten - um von dort gegen Provision weitergeleitet zu werden.

Der Erfolg solcher Modelle ist nicht nur der kriminellen Energie ihrer Erfinder geschuldet. Auch Anleger sind manches Mal zu gutgläubig. "Bei einem vermeintlichen Schnäppchen wird die Vorsicht schon mal über Bord geworfen", so Haunss. Doch auch wenn manche Anleger es den Betrügern leicht machen; sie stehen einem komplexen und schwer durchschaubarem System gegenüber.

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