Montag, 11. Dezember 2017

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Editorial Die Geld-Rabauken

Steffen Klusmann, Chefredakteur des manager magazin
David Maupilé
Steffen Klusmann, Chefredakteur des manager magazin

Von seinem nächsten großen Ding fabuliert Deutschlands einstiger Bankenwunderknabe Leonhard ("Lenny") Fischer, seit sein letztes großes Ding mit der BHF-Bank schiefging. Was er konkret vorhat, verriet er nicht. Ähnlich zugeknöpft gab sich Boulevardkönig Kai Diekmann, nachdem er die "Bild" Anfang des Jahres verlassen hatte. Nun ist es raus. Die beiden Alphakerle gründen ein Fintech-Unternehmen - mit Riesenanspruch, was sonst. Exklusiv in mm erzählen sie, wie sie als Nachbarsjungen in Bielefeld aufwuchsen, später mit der Sozialistischen Arbeiterjugend in Moskau reich wurden und heute den Deutschen das Geldanlegen beibringen wollen. Unsere Titelgeschichte lesen Sie ab Seite 120.

Red Bull - das ist Dietrich Mateschitz. Der Multimilliardär hat rund um den Energydrink ein Imperium aus Fußball- und Eishockeyklubs, Formel-1-Teams und Funsportarten aufgebaut, das heute sechs Milliarden Euro umsetzt. Die Mehrheit im Konzern gehört aber dem thailändischen Yoovidhya-Clan. Der hat das Getränk einst erfunden - und gefährdet nun mit seinen Geschäftspraktiken den Nimbus der Weltmarke. Besonders bedrohlich ist ein Streit, den sich die Thais mit einem Tycoon in China liefern. Was das für das Lebenswerk des 73-jährigen Mateschitz bedeutet, deckt Martin Mehringer in "Alarmstufe Rot" auf. Ab Seite 34.

"Siegerflieger" steht auf dem Flugzeugmodell in der Mitte von Carsten Spohrs Besprechungstisch. Die Originalversion brachte im Sommer 2014 die Fußballweltmeister aus Brasilien zurück. Spohrs Lufthansataugte damals nicht für vordere Plätze - zu schlecht die Zahlen, zu häufig die Streiks. Doch dem CEO gelang ein erstaunliches Comeback. Die Börse glaubt wieder an die Lufthansa, nicht nur wegen des trickreichen Air-Berlin-Deals. Wie eng es für Spohr war und warum er sich den Titel "Manager des Jahres 2017" verdient hat, schildert Michael Machatschke ab Seite 50.

Man kann sich seinen Arbeitsplatz ja oft nicht aussuchen und die dazugehörige Adresse erst recht nicht. Uniper-Chef Klaus Schäfer steigt jeden Tag am Eon-Platz 1 in Düsseldorf in den Aufzug, dort wo lange Jahre CEO Johannes Teyssen logierte, als Eonund Uniper noch eins waren. Der Klaus und der Johannes waren mal richtig gute Kollegen. Heute sind sie Feinde. Teyssen hält Schäfer für eigensüchtig, Schäfer fühlt sich von Teyssen verraten und verkauft. Das Familiendrama aus der Welt des Großkapitals erzählt mein Kollege Dietmar Student ab Seite 68.

In der Uber-Zentrale vermuteten sie zunächst eine konzertierte Attacke von Google, als im Februar Sexismusvorwürfe aufkamen und kurz darauf eine Milliardenklage ins Haus flatterte. Doch das war nur der Auftakt zu einer Welle an Skandalen, die Mr. Superlativ, Firmengründer Travis Kalanick, wegspülte. Nun soll Dara Khosrowshahi die wildeste Wette des Silicon Valley retten und dafür sorgen, dass die Blase Uberbis zum geplanten Börsengang 2019 nicht platzt. Ob der eher leise CEO das schaffen kann, ergründen Michael Freitag und Jonas Rest ab Seite 76.

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