Samstag, 21. Januar 2017

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Kolumne "Chefsache" Das Silicon Valley definiert das neue Premium

mm-Chefredakteur Steffen Klusmann (Mitte) mit den Stellvertretern Sven Clausen (links) und Martin Noé (rechts)
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mm-Chefredakteur Steffen Klusmann (Mitte) mit den Stellvertretern Sven Clausen (links) und Martin Noé (rechts)

Liebe Leserinnen und Leser,

Genie oder Aufschneider? Mit dieser Leitfrage zogen meine Kollegen Michael Freitag und Jonas Rest in die Recherche. Von keinem anderen Wettbewerber sind Deutschlands Autobosse so genervt wie von Elon Musk. Der Tesla-Chef drehe seinen Kunden "rollende Experimentierbaukästen" an, schlecht verarbeitet, leicht entzündbar und auf Autopilot absolut lebensgefährlich, so der Vorwurf. Und Geld verbrenne er mit seinen Karren auch noch. Trotzdem genießt Musk im Silicon Valley Heldenstatus, die Tesla-Fans lieben ihn (brenne, was wolle), und sie werden immer mehr. Mit seiner für Car Guys radikal unorthodoxen Denke und einem rücksichtslosen Führungsstil hat es Draufgänger Musk geschafft, Tesla als das neue Premium zu definieren. Das geben selbst seine ärgsten Gegner zu. Ob es ihm jetzt auch noch gelingt, mit den neuen Modellen den gehobenen Massenmarkt aufzurollen, lesen Sie in unserer Titelgeschichte ab Seite 20.

Joe Pugliese / AUGUST

Sal. Oppenheim? Sie erinnern sich. Das war die Zockerclique, die unter dem Deckmantel "Bankiers" Europas ehemals größte Privatbank fast ruiniert hätte. Ihr Freibeutertum zieht bis heute Verfahren im Dutzend nach sich, nun hat sich die wohl prominenteste geschädigte Kundin, die Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz, auf einen Vergleich geeinigt. Wie es dazu kam und warum es den früheren Bruch-Bankern heute immer noch so unverschämt gut geht, haben meine Kollegen Sören Jensen und Christoph Neßhöver herausgefunden: ab Seite 28.

Newsletter "Aus der Chefredaktion"

Als der Kreuzfahrtkapitän Schettino vor fünf Jahren die "Costa Concordia" auf Grund fuhr, 32 Menschen ertranken und kurz darauf auch noch der Maschinenraum des Dampfers "Carnival Triumph" brannte, war beim Mutterkonzern Carnival ein Chefwechsel fällig. Die größte Kreuzfahrtreederei der Welt mit ihren zehn Marken (darunter Aida), über 100 kolossalen Schiffen und 100.000 Beschäftigten heuerte Arnold Donald an, einen Monsanto-Manager und Afroamerikaner, der sich aus ärmsten Verhältnissen ganz nach oben gekämpft hat. Ausgerechnet dieser Fachmann für Saatgut und Unkrautvernichter hat das Spaßboot-Empire wieder in Topform gebracht: Rendite verdoppelt, Erlöse gesteigert, Investoren beglückt. Gelungen ist das mit Biss und einem Führungsstil, der Vielfalt nicht nur propagiert, sondern vorlebt. Zur Abwechslung mal ein Donald, von dem sich was lernen lässt, wie mm-Reporter Michael Machatschke nach seinem Besuch in Miami anerkannte. Sein Porträt des King of Cruise: ab Seite 38.

Maria Lankina

Vom schwedischen Autobauer Volvo war nach elf Jahren unter der Ägide von Ford nicht mehr viel übrig. Als er dann auch noch an den chinesischen Billigautohersteller Geely verkauft wurde, galt das Schicksal der stolzen Marke als besiegelt. Es kam anders, der neue Eigentümer erweist sich als Glücksgriff. Volvo ist wieder zurück, die Autos gewinnen Preise und verkaufen sich besser denn je. Für Geely-Gründer Li Shufu ist die Wiederbelebung Volvos nur ein Zwischenschritt. Er will ein chinesisches Volkswagen schaffen. Klingt verrückt, aber das dachten beim Kauf von Volvo auch schon alle. Meine Kollegin Angela Maier hat sich in Göteborg umgesehen. Ihre Geschichte "Gelb ist die Hoffnung" zeichnet ein ganz neues Chinabild: ab Seite 66.

[M] Kim Kyung-Hoon / REUTERS

Frankfurt war lange als unattraktivste Großstadt der Republik verschrien: Junkies, Abrissbirnen, zugige Hochhausschluchten, allenfalls als Durchgangsstation für gierige Investmentbanker interessant. Doch das war einmal. Auf seinem Streifzug durch die Stadt hat Bankenexperte Tim Bartz, ein gebürtiger Hamburger, Erstaunliches entdeckt - etwa das wohltuende Wirken jüdischer Hipster, die in seiner Wahlheimat gerade die Klub- und Gastroszene neu erfinden. In den Taunus dagegen, früher Hotspot der Upper Class, zieht es heute vor allem Russen und Chinesen. "Der neue Mainstream": ab Seite 98.

Herzlichst Ihr

Steffen Klusmann


Chefsache ist der wöchentliche Newsletter aus der Chefredaktion des manager magazins.

Jeden Freitag Nachmittag kommentieren abwechselnd Sven Clausen, Steffen Klusmann und Martin Noé die vergangene Woche und geben einen Ausblick auf die kommende Woche.

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