Montag, 16. Juli 2018

Chinesischer Telekomausrüster ZTE steht nach US-Sanktionen vor Milliardenverlust

Der Fortbestand des chinesischen Telekomausrüsters ZTE ist auch für US-amerikanische Firmen sehr wichtig

Der von US-Sanktionen gebeutelte chinesische Telekom-Ausrüster ZTE steht vor Milliardenverlusten. Durch die Sanktionen und den damit zusammenhängenden nahezu vollständigen Produktionsstopp erwartet das Unternehmen einen Verlust von mindestens 20 Milliarden Yuan (gut 2,7 Milliarden Euro), berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf Insider.

Dennoch sei das Unternehmen zuversichtlich, bald eine Einigung mit der US-Regierung zu erreichen, hieß es. Dazu habe ZTE einen Plan in der Hinterhand, nachdem das Unternehmen stillgelegte Fabriken innerhalb von Stunden wieder hochfahren könne, sollte die US-Regierung die Sanktionen aufheben. Das Unternehmen wollte die Informationen nicht kommentieren.

Allerdings droht der US-Senat in die Bemühungen um die Rettung von ZTE hineinzugrätschen. So habe das Bankenkomitee des Senats am Dienstag einstimmig einem Gesetz zugestimmt, das eine verschärfte Überprüfung von chinesischen Technologie-Transaktionen durch das Komitee für Auslandsinvestitionen vorsieht, schreibt das "Wall Street Journal".

Begründet wurde dies mit der nationalen Sicherheit der USA. Zudem seien verstärkte Exportkontrollen vorgesehen. Das Gesetz würde zudem die Aufhebung fester Strafzahlungen, wie die gegen ZTE, unterbinden.


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Die US-Regierung hatte ZTE im April für sieben Jahre vom Zugang zu jeglichen amerikanischen Technologien ausgeschlossen. Chips aus den USA spielen eine zentrale Rolle in Netzwerk-Technik und Smartphones des Konzerns. ZTE hatte daraufhin große Teile der Produktion stillgelegt - und Peking und Washington fingen Gespräche über alternative Strafen an. Am Dienstag erklärte US-Präsident Donald Trump, er prüfe als Alternative Strafzahlungen. Diese könnten sich auf mehr als 1 Milliarde US-Dollar belaufen.

ZTE ist der viertgrößte Anbieter von Technik für Telekommunikationsnetze und auf die US-Komponenten angewiesen. Die Strafe für das Unternehmen geht auf Lieferungen von Telekom-Ausrüstung an Iran und Nordkorea zurück, zu denen das Unternehmen eigentlich vor einem Jahr eine Einigung mit den US-Behörden erreicht hatte.

Das US-Handelsministerium machte nun allerdings geltend, dass ZTE bei den damaligen Verhandlungen und danach falsche Angaben gemacht habe. Deswegen wurden die auf Bewährung ausgesetzten Sanktionen in Kraft gesetzt. ZTE beteuerte, es seien Fehler und nicht absichtlich gemachte falsche Angaben gewesen.

rei/Reuters

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