Donnerstag, 18. Oktober 2018

Onlinemodehandel Zalando zeigt sich für 2018 pessimistischer, Aktie bricht ein

Die Vorstandsmitglieder der Zalando SE: David Schneider, Robert Gentz und Rubin Ritter (v.l.)

Der Modeonlinehändler Zalando zeigt sich für das laufende Geschäftsjahr leicht pessimistischer und hat die Prognose für 2018 konkretisiert. Das Umsatzwachstum soll nun am unteren Ende der Spanne von 20 bis 25 Prozent liegen, wie Zalando am Dienstag in Berlin mitteilte. Auch beim bereinigten operativen Ergebnis (Ebit) rechnet das Management um Rubin Ritter mit dem unteren Ende des Zielbandes von 220 bis 270 Millionen Euro.

Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um 20,9 Prozent auf 1,33 Milliarden Euro. Dabei erzielte Zalando mit mehr als 29 Millionen Bestellungen zwischen April und Juni einen neuen Höchststand. Das bereinigte Ebit stieg von 81,8 Millionen auf 94 Millionen Euro, die entsprechende Marge sank jedoch leicht. Netto verdiente das Unternehmen 51,8 Millionen Euro verglichen mit 47,4 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Bei den Anlegern sorgten die Zahlen für Unzufriedenheit. Die Aktie des Online-Händlers rutschte nach Handelsstart bis zu 8 Prozent ins Minus (Stand: 10 Uhr). Von der JPMorgan-Analystin Georgina Johanan hieß es, die Ergebnisse hätten insgesamt enttäuscht. Auch sei der Start ins laufende dritte Jahresviertel misslungen, weil die seit Wochen andauernde Sommerhitze die Nachfrage bremse.

Entlassungen und mehr Konkurrenz

Im März dieses Jahres hatte Zalando etwa 250 Mitarbeiter aus dem Marketing entlassen. Damals hieß es von dem Vorstandsvorsitzenden Rubin Ritter gegenüber der FAZ, der Schritt sei Teil der Wachstumsstrategie. Man müsse in der Abteilung optimal aufgestellt sein, um Ziele weiter zu erreichen. Laut Zalando sollten die entlassenen Mitarbeiter durch technologische Lösungen wie Algorithmen ersetzt werden. Man baue auf datenbasierteres Marketing.

Zalando expandiert außerdem in neue Segmente, um das Wachstum anzuschieben. Im Frühling begann der E-Commerce-Riese, Kosmetikartikel zu verkaufen. Ende Juli eröffnete das Unternehmen dann sein erstes Ladengeschäft für Make-up und Co.: die "Beauty Station" in Berlin. Ob die Offline-Strategie ausgeweitet und weitere Läden eröffnet werden sollen, ist noch unklar.

Die Konkurrenz für den Modehändler könnte schon bald deutlich härter werden. Die Otto-Tochter About You erhielt vor Kurzem 300 Millionen Dollar von Investoren, um schneller zu wachsen. Sie soll in etwa drei Jahren eine Milliarde Euro Umsatz erreichen, auf dem Plan steht ein Börsengang. Weiter strebt der chinesische Onlinehändler JD.com auf den deutschen Markt. Bis Ende 2018 soll die Strategie dafür stehen, verkündete CEO Richard Liu, und ein Büro in Deutschland eröffnet werden.

Mit Material von dpa

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