Donnerstag, 18. Oktober 2018

Dax-Aufsteiger will Umsatz verfünffachen Wirecard setzt sich ambitionierte Wachstumsziele

Wirecard: Der Dax-Aufsteiger hat bereits jetzt namhafte Partner an seiner Seite

Das Bezahlen mit dem Handy und Zusatzdienste beim Online-Einkauf sollen das Wachstum des Zahlungsabwickler Wirecard in den kommenden Jahren vorantreiben. Das jüngst in den Dax aufgestiegene Unternehmen aus Aschheim bei München bestätigte am Dienstag seine bisherigen Wachstumsziele und schrieb sie zudem bis zum Jahr 2025 fort.

Bis dahin soll der Konzernumsatz auf mehr als zehn Milliarden Euro steigen, das wäre etwa fünfmal so viel, wie das Unternehmen laut Analysten im aktuellen Geschäftsjahr erlösen dürfte. Vergangenen Jahr hatte Wirecard 1,49 Milliarden Euro umgesetzt.

Der Betriebsgewinn (Ebitda) soll bis 2025 auf mehr als 3,3 Milliarden Euro zulegen - etwa sechsmal mehr Gewinn als Wirecard in diesem Jahr voraussichtlich erreichen wird. Im vergangenen Jahr lag das operative Ergebnis bei 413 Millionen Euro. Grundlage dafür soll ein Wachstum der abgewickelten Transaktionen auf mehr als 710 Milliarden Euro im Jahr 2025 sein.

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Bild: Florian Generotzky für manager magazin

Am Finanzmarkt kamen die Neuigkeiten sehr gut an. Nachdem die Aktie Börsen-Chart zeigen allein am Montag 12 Prozent an Wert eingebüßt hatte, legte ihr Kurs am Dienstagvormittag zeitweise um mehr als 6 Prozent zu. Zuletzt lag sie noch mit 4,06 Prozent im Plus bei 172,95 Euro und war damit immer noch Spitzenreiter im Dax Börsen-Chart zeigen. Seit Jahresbeginn hat die erst seit kurzem im deutschen Leitindex gelistete Aktie damit rund 85 Prozent an Wert gewonnen. Analysten äußerten sich positiv zu den Plänen des Managements.

Wie Wirecard wachsen will

Wirecard bestätigte zugleich seine bisherigen Ziele für das laufende Jahr und die Prognosen bis zum Jahr 2020. Demnach soll der Betriebsgewinn von zuletzt 413 Millionen in diesem Jahr auf 530 bis 560 Millionen Euro steigen. Bis 2020 soll sich der Umsatz auf mehr als drei Milliarden Euro verdoppeln. Davon sollen 30 bis 35 Prozent als Betriebsgewinn herausspringen.

Zwei Elemente sollen Wirecard zufolge das Wachstum vorantreiben: Zum einen erwartet der Konzern ein beschleunigtes Zusammenwachsen der Technologien Internet und Smartphone mit der klassischen Ladenkasse, so dass Kunden etwa in immer mehr Ladengeschäften mit dem Handy zahlen können. Zum anderen will Wirecard mit datengestützten Mehrwertdiensten seine Wertschöpfungskette ausbauen.

Wirecard-Chef Braun nutzte am Dienstag eine Veranstaltung des Unternehmens in London dazu, dem Konzern längerfristige Ziele für die kommenden Jahre zu setzen. Bisher hatte das Management Mittelfristziele nur für das Jahr 2020 ausgegeben.


Zum Report auf manager magazin premium: Wirecard-Chef Markus Braun - Aus dem Nichts zum Milliardär


Wirecard verdient sein Geld mit Dienstleistungen rund um die Abwicklung von Zahlungen im Internet, aber auch auf sonstigen elektronischen Wegen. Das sorgt bei Börsianern für Wachstumsfantasie. Das Unternehmen arbeitet mit Händlern und anderen Finanz- und Technologiekonzernen zusammen, unter anderem mit Visa , Mastercard , Google und Apple.

mg/rtr, dpa-afx

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