Dienstag, 20. November 2018

Trotz Kündigung Für 450 Millionen Dollar geht der Whatsapp-Gründer einmal im Monat ins Büro

"Rest and vest": Whatsapp-Gründer Jan Koum 2016 in München

Eigentlich hatte sich Jan Koum im Streit von Facebook verabschiedet - eigentlich. Denn der Whatsapp-Gründer komme nach wie vor selten, aber regelmäßig ins Büro, berichtet nun das "Wall Street Journal". Der Grund sei 450 Millionen Dollar schwer.

Koums Deal mit Facebook sei "eins der lukrativeren Beispiele einer Silicon-Valley-Sitte, die manchmal "rest and vest" genannt wird", schreibt die Zeitung weiter: Menschen wie Koum, denen laut Vertrag in bestimmten Abständen Aktienpakete zustehen, dürften so lange bei ihren jeweiligen Unternehmen bleiben, wie nötig sei, um tatsächlich in den Genuss der zugesicherten Aktien zu kommen.

Der Whatsapp-Gründer, der sein Unternehmen gemeinsam mit Brian Acton im Jahr 2014 für 22 Milliarden Dollar an Facebook verkauft hatte und laut "Bloomberg" gut 10 Milliarden Dollar schwer ist, müsse laut Facebook-Dokumenten "kontinuierlich Leistung für uns erbringen". Koum erfülle diesen Passus, "indem er etwa einmal im Monat in der Facebook-Zentrale auftaucht", schreibt das "WSJ" nun. Nicht klar sei, was er an den jeweiligen Tagen im Büro gemacht habe oder wie lange er geblieben sei.

Facebook wollte die Häufigkeit nicht kommentieren, gab allerdings zu Protokoll, er arbeite an "verschiedenen Projekten" und helfe der neuen Whatsapp-Führung, sich mit ihrer Rolle vertraut zu machen.

Lohn der Mühen: Mitte Mai habe Koum zweieinhalb Millionen Facebook-Aktien eingesammelt, die damals 458 Millionen Dollar wert gewesen seien. Mitte August werde nun die nächste Tranche fällig - weitere 2,5 Millionen, aktuell etwa 450 Millionen Dollar wert. Wenn der Gründer seine monatliche Routine bis November aufrecht erhalte, könne er dann weitere 2,1 Millionen Papiere einstreichen.

Ursprünglich hatte das "Wall Street Journal" berichtet, die beiden Whatsapp-Gründer hätten es so eilig, Facebook zu verlassen, dass sie auf bis zu 1,3 Milliarden Dollar an nach und nach fälligen Aktienpaketen verzichten würden. Kern des Konflikts zwischen dem Netzwerk, dessen Chef Mark Zuckerberg und den Gründern der Tochter war die Einführung von Werbeanzeigen bei Whatsapp. Acton, der schon ein paar Monate vor Koum seinen Hut genommen hatte, habe laut eigener Aussage verhindern wollen, dass sein Chat-Dienst nur eine weitere Verteilmaschine von Werbeanzeigen werde. Koum hatte sich einige Monate später von den Mitarbeitern verabschiedet und angekündigt, künftig mehr Zeit für Hobbies wie Frisbee und seltene luftgekühlte Porsches zu haben.

luk

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