Dienstag, 16. Oktober 2018

Neues Datenschutzrecht Warum Whatsapp für Unternehmen gefährlich werden könnte

Das neue Datenschutzgesetz stellt Unternehmen vor große Herausforderungen

Nutzerdaten sind eine heiß begehrte Sache. Wer sich im Internet bewegt oder auf seinem Smartphone Apps installiert hat, hinterlässt Spuren und gibt im Zweifel viel mehr Daten über sich und andere preis, als ihm lieb beziehungsweise bekannt ist.

Um nun die User zu schützen, hat die EU ein neues Datenschutzgesetz erarbeitet, das weitgehende Veränderungen mit sich bringt und deren Auswirkungen noch nicht abzusehen sind. Am 25. Mai endet die zweijährige Übergangsfrist, während der sich Unternehmen und Co. auf die neue Verordnung vorbereiten konnten.

Was bedeutet dies nun für Nutzer von Whatsapp? Eins vorneweg, Angst, gegen das Gesetz zu verstoßen, müssen Privatpersonen nicht haben, die den Messenger-Dienst rein privat nutzen. Die neue Verordnung ist jedoch für Unternehmen eine Herausforderung. Wer künftig WhatsApp auf seinem Diensthandy einsetzt, um mit Kunden in Kontakt zu stehen, muss befürchten, gegen die Verordnung zu verstoßen.

Das Problem bei Whatsapp ist, dass die App sich den Zugang zu den Kontakten beziehungsweise zum Adressbuch der User verschafft. Ohne dass der Nutzer diesen Datentransfer freigibt, kann der Smartphone-Besitzer die App bisher nicht nutzen. Und genau hierin liegt das Problem. Vor der Weitergabe der Daten muss sich der Besitzer künftig schriftlich die Genehmigung jedes einzelnen Kontakts holen.

Lesen Sie auch: DSGVO: Alles über den neuen, europaweiten Datenschutz

Die "Welt" berichtet, dass Handwerksbetriebe, die bisher mit Whatsapp gearbeitet haben, aus Vorsicht lieber ganz auf den Einsatz von Diensthandys verzichten. Anwälte raten Unternehmen, auf Whatsapp am besten ganz zu verzichten, um Klagen zu vermeiden.

Von der neuen Regelung sind nicht nur Mittelständler und Großkonzerne, sondern auch Selbstständige und Kleinunternehmer betroffen. Allerdings gilt das Angemessenheitsprinzip, was dafür sprechen könnte, dass nicht jeder Verstoß geahndet wird. Mit Abmahnungen ist jedoch zu rechnen, im schlimmsten Fall mit einer Klage. Unternehmen drohen bei Verstößen Bußgelder in Höhe von bis zu 4 Prozent des jährlichen weltweiten Umsatzes.

akn

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH