Samstag, 23. Februar 2019

Microsoft kauft sich in die Business-Community ein Warum Linkedin Microsoft 26 Milliarden Dollar wert ist

Microsoft-Chef Satya Nadella: Der Microsoft-Chef will der internationalen Business-Community künftig alles fürs professionelle Leben aus einer Hand liefern

Der Technologiekonzern Microsoft übernimmt das Karriere-Netzwerk Linkedin für 26,2 Milliarden Dollar (rund 23,3 Milliarden Euro). Mit dem Deal, der erste große des 2014 angetretenen Microsoft-Chefs Satya Nadella, will Microsoft Börsen-Chart zeigen sich für sein Klientel noch attraktiver machen. Der deutlich größere Wettbewerber des deutschen Portals Xing hat international rund mehr als 433 Millionen Kunden. Und ist seit der Übernahme des Online-Fortbildungs-Portals Lynda.com im vergangenen Jahr für 1,2 Milliarden Dollar auch auf dem Markt für E-Learning aktiv.

Bei der Bekanntgabe der Übernahme erwähnte Nadella explizit die neue App Linkedins, sowie das E-learning-Portal Lynda. Darüber hinaus liefert Linkedin Geschäftsnachrichten an seine Community und hat auch ein spezielles Tool für Personaler entwickelt, mit dem diese in den Millionen von Kontakten nach passenden Kandidaten für vakante Positionen suchen können.

Das sind für Nadella alles Gründe, sich mit Linkedin zusammenzutun. "Dieser Deal bringt die größte professionelle Cloud mit dem führenden Karrierenetzwerk der Welt zusammen", frohlockte Nadella in einem regelrecht euphorischen Brief an seine Beschäftigten.

Nadella, Linkedin-Chef Jeff Weiner und Chairman Reid Hoffmann sollen eigenen Angaben zufolge im Januar erstmals Gespräche über den Kauf des Karrierenetzwerks aufgenommen haben. Im Februar hatte die Linkedin-Aktie binnen eines Tages mehr als 43 Prozent an Wert verloren und sich seither nicht mehr erholt. Investoren hatte ein verlangsamtes Nutzerwachstum und geringere Werbeumsätze aufgeschreckt. Die deutliche Abwertung an der Börse dürfte die Einigung zwischen Microsoft und Linkedin beschleunigt haben.

Linkedin-Chef Weiner äußerte in einer Telefonkonferenz mit Analysten die Hoffnung, das Netzwerk könne von der Milliarde Nutzer, die Microsoft Produkte verwenden, profitieren. Außerdem gebe Linkedin über die Microsoft-Plattformen mehr Vermarktungsmöglichkeiten. Nadella sagte, er stelle sich vor, andere Microsoft-Produkte wie die Bürosoftware Office 365 oder den Telefondienst Skype mit Linkedin-Angeboten zu verknüpfen. So könnten zum Beispiel für Meetings Informationen über teilnehmende Personen direkt verfügbar sein. Ebenso ließen sich bei Themen, an denen man arbeite, über Linkedin veröffentlichte Artikel verknüpfen.

Für Microsoft bedeute die Übernahme von Linkedin damit nicht nur eine Ausweitung des Marktes, den Microsoft bereits bediene. Die beiden Konzerne teilten auch dieselbe Mission: Nämlich ihren Nutzern bei ihrer professionellen Entfaltung neue Möglichkeiten an die Hand zu geben.

Nachdem Office 365 sich in den vergangenen Jahren von einer Werkzeug-Sammlung zu einem über verschiedene Geräte hinweg verfügbaren Cloud-Service gewandelt habe, sei die Linkedin-Übernahme nun der nächste Schritt - nämlich die Verbindung zum größten und wertvollsten Karrierenetzwerk der Welt, schrieb Nadella.

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