Montag, 24. September 2018

Wie geht es mit der Digitalisierung voran? Fachkräftemangel ist nicht das Hauptproblem

Virtual Reality-Brille: Die Digitalisierung durchzieht alle Bereiche der Geschäftswelt

In vielen Unternehmen ist der Chief Digital Officer (CDO) für das Thema Digitalisierung zuständig. Die auf digitale Wirtschaft spezialisierte Personalberatung Careerteam hat 65 CDOs aus dem Mittelstand sowie kleinen und großen Konzernen in Deutschland darüber befragt, welche Hemmnisse den digitalen Wandel behindern, wie sie den aktuellen Status Quo bewerten - und was er für die Entwicklung der Mitarbeiterzahlen bedeutet.

Für die Umsetzung des digitalen Wandels machten die Befragten fünf Hauptarbeitsfelder aus:

  • Digitalisierung von Geschäftsprozessen (86 Prozent)
  • Cloudlösungen (75 Prozent)
  • Digitalisierung der internen Kommunikation (75 Prozent)
  • Digitalisierung der externen Kommunikation (74 Prozent)
  • Digitale Vertriebskanäle (68 Prozent)

"Sehr zufrieden" mit dem Stand der Dinge in puncto Digitalisierung sind allerdings gerade mal knapp 5 Prozent der befragten CDOs. Ein gutes Drittel ist immerhin zufrieden und 40 Prozent teilweise zufrieden - aber knapp jeder fünfte ist unzufrieden. Die Gründe dafür sind vor allem bei Chefs und Kollegen zu suchen, finden die Digitalstrategen. Knapp zwei Drittel sagen: Es fehlt an Qualifikation und an Änderungsbereitschaft bei den Mitarbeitern. 59 Prozent beklagen eine falsche Unternehmenskultur, 54 Prozent fehlende Änderungsbereitschaft im Management. Fachkräftemangel sehen dagegen nur 51 Prozent als großes Hemmnis an.

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Die fehlende digitale Qualifikation bedeutet aber nicht, dass es in der Belegschaft an Spezialkenntnissen wie etwa Programmieren hapere, sondern an ganz grundlegenden und übergreifenden Digitalkenntnissen: Dieser Ansicht waren 86 Prozent der befragten CDO. "Fehlende Rückendeckung in der Unternehmensführung, starre Haltung und fehlende Qualifikationen bei den Mitarbeitern - dies beeinträchtigt selbstverständlich den Erfolg jeder Digitalisierungsstrategie und damit auch die Zufriedenheit bei den CDOs", resümiert Ole Mensching, Gründer und CEO von Careerteam.

Vom digitalen Wandel sind laut der Umfrage 80 Prozent der Mitarbeiter in den abgefragten Unternehmen betroffen. Als Jobkiller wird die Digitalisierung aber nicht angesehen. Zwei von drei der Firmen wollen bis 2023 neue Mitarbeiter einstellen; jedes dritte Unternehmen will zwar Stellen abbauen, aber nur 14 Prozent der Unternehmen wollen die Belegschaft insgesamt verkleinern. Dabei liegen Unternehmen mit weniger als 5000 Mitarbeitern vorne, wenn es um geplanten Stellenzuwachs geht.

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