Mittwoch, 20. März 2019

IBMs milliardenschwere Cloud-Wette Warum IBM 34 Milliarden für eine Open-Source-Firma zahlt

Ginni Rometty: Die Chefin von IBM sucht mit der Milliardenübernahme von Red Hat den Befreeiungsschlag

Bis zur Bekanntgabe des 34-Milliarden-Dollar Deals mit der Softwarefirma Red Hat hatte Virgina "Ginni" Rometty auf das Jahr 2018 wahrscheinlich so ziemlich verzichten können. Gleich eine ganze Reihe von Hiobsbotschaften hatte die 61-jährige CEO und Präsidentin von IBM in diesem Jahr bereits zu verkraften.

Erst verkündete Warren Buffett, dass er sein IBM-Investment von einst 10 Milliarden Dollar auf Null heruntergefahren habe. Im Juli wurde dann publik, dass die von IBM so gehypte KI-Technologiesparte Watson die Erwartungen im Gesundheitsbereich gründlich enttäuschte. Und im Oktober musste Big Blue nach drei Quartalen, in denen das Wachstum nach fünf Minus-Jahren endlich wieder angezogen hatte, dann auch noch erneut schrumpfende Umsätze verkünden.

Um fast 15 Prozent ist der Aktienkurs des Unternehmens im Jahresverlauf bislang eingebrochen. Und auf Grund des stolzen Kaufpreises für Red Hat gab die Aktie am Montag zunächst um weitere 4 Prozent nach.

Luft nach oben gäbe es da genug. Dessen ist sich auch Rometty bewusst - und will Big Blue mit einem 34-Milliarden-Zukauf, dem teuersten in der 107-jährigen Firmengeschichte, wieder fitter für die Zukunft machen.

Als Kaufobjekt hat sich die 61-Jährige die Firma Red Hat ausgesucht, einen 1993 gegründeten Software- und Dienstleistungsanbieter aus North Carolina, dessen Geschäftsmodell auf dem Open-Source-Betriebssystem Linux basiert - einer quelloffenen Alternative zu Windows von Microsoft. Deren Programmiercode ist öffentlich und kann von allen eingesetzt werden.

Dabei fügt Red Hat Linux weitere Software hinzu und bietet seinen Kunden neben diesem abobasierten Gesamtpaket auch Dienstleistungen an. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 12.000 Menschen, machte im Geschäftsjahr 2018 einen Umsatz von 2,9 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 259 Millionen Dollar.

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