Sonntag, 24. März 2019

IBMs milliardenschwere Cloud-Wette Warum IBM 34 Milliarden für eine Open-Source-Firma zahlt

Ginni Rometty: Die Chefin von IBM sucht mit der Milliardenübernahme von Red Hat den Befreeiungsschlag

2. Teil: Warum ausgerechnet Red Hat?

Wie IBM ist Red Hat dabei auch im stark umkämpften Cloudgeschäft tätig, in das Unternehmen wie Google, Amazon, SAP, Oracle, Microsoft und Alibaba zuletzt massiv investiert haben.

Dabei spielt auch IBM vorne mit - geriet allerdings im Public-Cloud-Geschäft angesichts der Finanzkraft seiner Konkurrenz zunehmend unter Druck. Hinter Amazon (AWS), Microsoft und Google musste IBM hier zuletzt sogar Platz vier an den chinesischen Technologiekonzern Alibaba abtreten, der massiv in das Cloudgeschäft drängt und keine Kosten und Mühen scheut, sich neben den großen westlichen Konzernen in dem Markt als wichtiger Anbieter zu etablieren.

Mit dem Kauf von Red Hat wagt IBM nun eine - allerdings sehr teure - Flucht nach vorne, zahlt IBM mit 190 Dollar je Anteilsschein doch einen 63-prozentiger Aufschlag auf den Red-Hat-Schlusskurs vom Freitag.

Doch Red Hat bietet IBM eine Perspektive und einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz, auf den Rometty große Hoffnungen setzt - und zwar in der so genannten Hybrid Cloud, der Experten eine große Zukunft vorhersagen.

Hybrid-Clouds sind Kombinationen aus einer oder mehreren so genannten Public Clouds, wie sie AWS oder Google anbieten, und so genannten privaten Cloud-Umgebungen, wie sie viele Unternehmen auch mit unternehmenseigener Hardware betreiben.

Der Vorteil für Unternehmen besteht darin, dass sie, je nach Sensibilität, Möglichkeiten und momentanen Bedürfnissen, beispielsweise die Ausführung geschäftskritischer Aufgaben in der lokalen privaten Wolke mit der anderer weniger sensibler in der öffentlichen Wolke kombinieren können. Und bei Belastungsspitzen leicht auf zusätzlliche Ressourcen von externen Cloudanbietern zugreifen können.

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung