Dienstag, 25. September 2018

US-Regierung lockert Sanktionen gegen ZTE ZTE gerettet - aber nun folgt massiver Umbau

Nachdem die US-Regierung ZTE mit Sanktionen belegt, stellte das chinesische Unternehmen seine Produktion vorerst ein

Die USA und China haben sich laut einem Zeitungsbericht auf abgemilderte Strafmaßnahmen für den chinesischen Telekommunikations-Ausrüster ZTE geeinigt. Die Regierung werde das Verkaufsverbot an den zweitgrößten Smartphonehersteller Chinas nach Huawei aufheben, berichtete das "Wall Street Journal" am Dienstag unter Berufung auf Insider. Voraussetzung sei, dass es wesentliche Veränderungen im Management gebe. Dem chinesischen Unternehmen drohte durch die US-Sanktionen das Aus. Möglicherweise sollen auch hohe Strafen verlangt werden.

Die US-Regierung hatte ZTE im April für sieben Jahre vom Zugang zu jeglichen amerikanischen Technologien ausgeschlossen - dabei spielen unter anderem Chips aus den USA eine zentrale Rolle in Netzwerk-Technik und Smartphones des Konzerns. ZTE hatte daraufhin große Teile der Produktion stillgelegt - und Peking und Washington fingen Gespräche über alternative Strafen an. US-Präsident Donald Trump schrieb bei Twitter, man wolle ZTE eine Möglichkeit geben, ins Geschäft zurückzukehren.

ZTE ist der viertgrößte Anbieter von Technik für Telekommunikationsnetze nach dem ebenfalls chinesischen Rivalen Huawei sowie den europäischen Firmen Ericsson Börsen-Chart zeigen und Nokia Börsen-Chart zeigen. Mit seinen Smartphones zählte ZTE zudem zu den führenden Marken selbst im für chinesische Anbieter schwierigen US-Markt.

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Die Strafe für ZTE geht auf Lieferungen von Telekommunikations-Ausrüstung an den Iran und Nordkorea zurück, zu denen das Unternehmen eigentlich vor einem Jahr eine Einigung mit den US-Behörden erreicht hatte. Das US-Handelsministerium machte nun allerdings geltend, dass ZTE bei den damaligen Verhandlungen und danach falsche Angaben gemacht habe. Deswegen wurden die auf Bewährung ausgesetzten Sanktionen in Kraft gesetzt. ZTE beteuerte es seien Fehler und nicht absichtlich gemachte falsche Angaben gewesen.

dpa-afx/rtr/akn

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