Donnerstag, 15. November 2018

Medienbericht Uber schreibt 800 Millionen Dollar Verlust

Uber verdient mit seinen Roboterautos offenbar noch kein Geld

Der Fahrdienst Uber hat einem Medienbericht zufolge im dritten Quartal erneut tiefrote Zahlen geschrieben. Das Minus habe sich auf mehr als 800 Millionen Dollar summiert, berichtete die Agentur "Bloomberg" unter Berufung auf eine mit der Sache vertraute Person.

In dem Verlust seien die Aktivitäten in China noch nicht enthalten. Beim Umsatz sei der Taxi-Rivale, der Mitfahrgelegenheiten über das Internet vermittelt, auf rund 1,7 Milliarden Dollar gekommen. Im Quartal zuvor waren es laut Bloomberg erst 1,1 Milliarden Dollar. Uber liege damit auf Kurs, im Geschäftsjahr 2016 auf Erlöse von mehr als 5,5 Milliarden Dollar zu kommen.

Uber geht mit San Francisco auf Konfrontationskurs

Im Streit um die selbstfahrenden Autos in San Francisco geht Uber unterdessen auf Konfrontationskurs zu den Behörden. Das Unternehmen widersetzt sich weiter der Forderung, eine Erlaubnis für den Betrieb autonomer Fahrzeuge zu beantragen. Der Chef von Ubers Roboterwagen-Programm, Anthony Levandowski, bekräftigte in einem Blog-Eintrag, in den Autos werde ein Mitarbeiter am Steuer benötigt, der die Fahrt überwache und bei Bedarf eingreifen könne. Technisch gesehen seien sie also mit Assistenz-Systemen unterwegs, wie sie auch andere Autos hätten.

Deshalb betrachte Uber seine Wagen nicht als autonome Fahrzeuge: "Wir können nicht guten Gewissens in eine Regulierung bei etwas einsteigen, was wir nicht machen." Die kalifornische Verkehrsbehörde konterte, 20 andere Anbieter - darunter auch große Hersteller - hätten sich die spezielle Erlaubnis für ihre Fahrten mit selbstfahrenden Autos inzwischen besorgt. Mit der Genehmigung einher geht auch die Pflicht, Unfallsituationen und Zahlen zur Abschaltung der Roboterwagen-Software offenzulegen.

Levandowski habe in einer Telefonkonferenz gesagt, Uber werde die selbstfahrenden Autos weiterhin auf die Straße in San Francisco schicken, berichtete das Technologie-Blog "The Verge". Die Verkehrsbehörde forderte Uber daraufhin in einem Brief nochmals auf, die Fahrten unverzüglich zu stoppen. Sie drohte mit dem Gang vor Gericht und weiteren Maßnahmen.

Uber erprobt bereits seit dem Spätsommer Roboterwagen-Fahrten mit Passagieren an Bord in der US-Stadt Pittsburgh (Pennsylvania), wo die Regeln anders sind. Die selbstfahrenden Autos können statt üblicher Uber-Wagen bei Bestellungen per App aufkreuzen. Am Mittwoch gab das Unternehmen die Ausweitung der Tests auf San Francisco bekannt. Die Wagen seien zu diesem Zeitpunkt bereits einen Monat in der kalifornischen Stadt unterwegs gewesen, schrieb Levandowski.

mg/rtr/dpa-afx

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