Mittwoch, 20. März 2019

Ernüchterndes Kursziel Warum Goldman Sachs mit einem Kurssturz bei Tesla rechnet

Tesla: Goldman rechnet mit Kurssturz

Monatelang hat sich die Aktie von Tesla Börsen-Chart zeigen dem Kursrutsch an den Börsen widersetzt: Während Dow Jones und Dax immer weiter abrutschten, kletterte Tesla bis Mitte Dezember in Richtung Rekordhoch. Doch zum Jahresende werden wieder die skeptischen Stimmen lauter, die vor einem Kurssturz des Börsenstars im kommenden Börsenjahr warnen: Allen voran die prominente US-Investmentbank Goldman Sachs, die zum Verkauf der Tesla -Aktie rät und einen Kursrutsch bis auf 225 Dollar erwartet. Das wären mehr als 35 Prozent unter dem aktuellen Niveau von 350 Dollar.

Die US-Nachfrage nach den Modellen des Elektroauto-Herstellers dürfte im vierten Quartal zwar deutlich anziehen, schrieb Analyst David Tamberrino in einer am Dienstag vorliegenden Studie. Ab Januar erwartet er jedoch einen Einbruch der Verkaufszahlen, da die staatliche Förderung für die E-Fahrzeuge ab Januar halbiert werde. Entsprechend schwach dürften die Verkäufe im ersten Quartal 2019 ausfallen.

Außerdem sollte Tesla Börsen-Chart zeigen im kommenden Jahr mehr Konkurrenz von den traditionellen Autobauern wie BMW, Mercedes und Volkswagen bekommen, die für 2019 mit ihrer Elektroauto-Offensive beginnen wollen, so Tamberrino. BMW zum Beispiel hat erst kürzlich den Prototyp einer Schnellladesäule vorgestellt, die es auf die dreifache Kapazität von Teslas "Supercharger" bringt.

Auch die Analysten Morgan Stanley zeigen sich zunehmend skeptisch gegenüber Tesla. Bei der Bewertung der Aktie könnte sich eine Spitze ausgebildet haben, so Morgan Stanley Analyst Adam Jones. Das Kursziel beließ Jones bei 291 Dollar und liegen damit deutlich höher als Goldman Sachs.

Neuer Supercharger: Wie BMW und Porsche Tesla abhängen

Allerdings hat Tesla-Chef Elon Musk seine Kritiker bisher widerlegt: 2018 brachte Musk zwar ans Limit, doch letztlich konnte er es seinen Kritikern doch noch zeigen. "Tesla stand während des Anlaufs der Model-3-Produktion wirklich einer ernsthaften Todesgefahr gegenüber", räumte Musk kürzlich in einem TV-Interview ein. Man habe "wie verrückt" Geld verloren und kurz vor der Pleite gestanden, gab der Tesla-Chef im Nachhinein zu.

Aktie nahe Rekordhoch: Warum Tesla bislang der Börsenschwäche trotzt

Doch Tesla schaffte im dritten Quartal einen Überschuss von 312 Millionen Dollar - der größte Gewinn in der Geschichte des 2003 gegründeten Unternehmen, das zuvor überhaupt nur zweimal ein Vierteljahr mit schwarzen Zahlen abschließen konnte. Als "wahrhaft historisch" bezeichnete Musk die Ergebnisse und auch bei Anlegern war die Erleichterung nach dem Rekordminus von 718 Millionen Dollar im Vorquartal groß. "Ich denke, wir sind übern Berg", sagte Musk dem Tech-Blog "Recode" im November.

Tesla (oben): Noch nicht ganz Massenhersteller
Getty Images
Tesla (oben): Noch nicht ganz Massenhersteller

Ob die Firma dauerhaft profitabel wirtschaften kann, muss sich erst zeigen. Die jüngsten Quartalszahlen waren von Sonderfaktoren geprägt, zudem bleibt Musk das Model 3 für 35 000 Dollar immer noch schuldig. Bislang gibt es nur teurere Versionen mit entsprechend höheren Gewinnspannen zu kaufen. Dass Tesla bereits im 2019 den Schritt zum Massenhersteller erfolgreich meistert, bezweifeln derzeit nicht nur die Analysten von Goldman Sachs.

la/dpa/reuters

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