Donnerstag, 15. November 2018

US-Konkurrent Teradata reicht Klage ein SAP droht Rechtsstreit in den USA

SAP: Der Walldorfer Softwarekonzern wird in den USA wieder einmal verklagt

Der amerikanische Softwareunternehmen Teradata verklagt seinen deutschen Konkurrenten und ehemaligen Joint-Venture-Partner SAP wegen Veruntreuung von Geschäftsgeheimnissen. Eine entsprechende Klage wurde nach Angaben des US-Unternehmens vom Mittwoch bei einem Gericht in Kalifornien eingereicht. Der Vorwurf wegen Veruntreuung von Geschäftsgeheimnissen, des Verstoßes gegen das Urheberrecht und Kartellrechtsverstößen richtet sich demnach gegen die SAP SE, SAP America, Inc. und SAP Labs.

SAP habe Teradata "mit einem angeblichen Joint Venture" gelockt, , um Zugang zu Teradata's geistigen Eigentum zu erhalten, schreibt das US-Unternehmen in einer Presseerklärung. Dieses habe der Walldorfer Softwareriese dann genutzt, um ein Konkurrenzprodukt - die Entwicklerplattform HANA - zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Kurz vor dem Marktstart von HANA habe SAP die Partnerschaft mit Teradata dann kurzfristig aufgekündigt. Eine Klagesumme ist in der vom Unternehmen vorgelegten Klageschriftnicht genannt.

Ein SAP-Sprecher sagte, der Konzern habe die Klage mit Überraschung zur Kenntnis genommen. SAP prüfe den Fall derzeit genau. Laufende Verfahren kommentiere der Konzern aber in der Regel nicht.

Der Streit mit Teradata ist nicht neu. Bereits 2015 waren in Medienberichten Vorwürfe laut geworden, SAP habe bei der Entwicklung seiner Kernsoftware Hana widerrechtlich Teile anderer Datenbanken verwendet, darunter solche der US-Konkurrenten Oracle und Teradata.

Hasso Plattner: Hana basiert auf Hyrise

SAP-Mitgründer und -Aufsichtsratschef Hasso Plattner hatte die Vorwürfe daraufhin in einem Interview zurückgewiesen. Hana basiere auf einer Datenbank namens Hyrise, die von Plattners Software-Institut HPI selbst entwickelt worden sei. Hyrise wiederum sei ein Open-Source-Produkt, eine Software, derer sich jeder kostenlos bedienen darf.

Wieso sich Teradata erst Jahre nach Einführung von Hana und dem Ende des Joint-Ventures zur Klage entschied, blieb zunächst offen. Laut dem Branchendienst zdnet soll ein SPIEGEL-Artikel aus dem Jahr 2015 dabei eine Rolle spielen.

Für SAP sind millionenschwere Rechtsstreitigkeiten in den USA nichts Neues. Im Jahr 2012 einigte sich der Softwarekonzern nach einem jahrelangen Rechtsstreit über angeblichen Datendiebstahl auf die Zahlung von 306 Millionen Dollar, nachdem zuvor die Summe von 1,3 Milliardenn Dollar im Raum gestanden hatte.

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