Montag, 16. Juli 2018

Fusion mit T-Mobile Sprint wechselt Chef aus - und hofft auf Trump

T-Mobile, Sprint: Dritter Anlauf für Fusion

Der viertgrößte US-Mobilfunker Sprint hat zu Jahresbeginn wieder schwarze Zahlen geschrieben. Das abgelaufene Geschäftsquartal (bis Ende März) wurde mit einem Überschuss von 69 Millionen Dollar (58 Mio Euro) abgeschlossen. Das teilte das Unternehmen, das sich in einer am Wochenende verkündeten Mega-Fusion von der Telekom-Tochter T-Mobile US übernehmen lassen will, am Mittwoch nach US-Börsenschluss mit. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte noch ein Verlust von 283 Millionen Dollar zu Buche geschlagen.

Die Erlöse schrumpften zwar im Jahresvergleich um rund fünf Prozent auf 8,1 Milliarden Dollar, dennoch übertrafen die Quartalszahlen die Erwartungen der Analysten.

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Sprint gab zudem bekannt, dass der seit 2014 amtierende Vorstandschef Marcelo Claure von seinem Posten zurücktritt und Ende Mai an die Spitze des Verwaltungsrats wechselt. Zum Nachfolger wurde der bisherige Finanzchef Michel Combes ernannt.

Softbank-Chef Masayoshi Son hält sich aus Fusion heraus

Softbank-Chef Masayoshi Son will seine Beziehungen zu US-Präsident Donald Trump offenbar nicht spielen lassen, um eine Genehmigung der Übernahme der Softbank-Tochter Sprint durch T-Mobile US zu erreichen. Der bekannte Chef des japanischen Technologiekonzerns sei "überhaupt nicht involviert", sagte der scheidende Sprint-Chef Marcelo Claure am Donnerstag zu Reuters.

Damit dämpfte Claure Erwartungen, dass Son helfen könnte, den Zusammenschluss der Nummer drei und vier auf dem US-Markt durchzubringen. Son und Trump hatten sich Ende 2016 persönlich kennengelernt. Der Japaner war damals von Trump für seine Investitionsankündigungen gelobt worden.

Auch US-Präsident Donald Trump muss dem Deal zustimmen

Insgesamt müssen fünf Instanzen - darunter auch der US-Präsident - dem Kauf von Sprint durch die Tochter der Deutschen Telekom zustimmen. Es wird erwartet, dass die Behörden die Transaktion streng prüfen.

Am Sonntag war bekanntgeworden, dass T-Mobile US den kleineren Rivalen für 26 Milliarden Dollar übernehmen will. Die Fragezeichen hinsichtlich einer Genehmigung durch die Kartellwächter haben die Aktien beider Unternehmen zuletzt stark belastet. Seit Sonntag verloren die Sprint-Papiere ein Fünftel an Wert und die Anteilsscheine von T-Mobile US gaben fast zwölf Prozent nach. "Da ist Skepsis bezüglich unserer Fähigkeit, diese Fusion genehmigt zu bekommen", sagte Claure, der künftig bei Softbank das operative Geschäft verantwortet.

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