Dienstag, 25. September 2018

Weltgrößter Technologiefonds entsteht Softbank und Saudis gründen 100-Milliarden-Fonds

Masayoshi Son: Der Hang des Softbank-Chefs zu neuen Technologien ist bekannt. Jetzt legt der Konzern zusammen mit Saudi-Arabien den weltgrößten Technologiefonds auf
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Masayoshi Son: Der Hang des Softbank-Chefs zu neuen Technologien ist bekannt. Jetzt legt der Konzern zusammen mit Saudi-Arabien den weltgrößten Technologiefonds auf

Masayoshi Son, Chef des japanischen Telekom-Riesen Softbank, hat zuletzt keinen Zweifel daran gelassen, wohin die Reise gehen soll. In die Zukunft natürlich - und dort will der 59-jährige den Konzern möglichst schnell hinführen. Um sich im Internet der Dinge zu etablieren, hatte Softbank im Sommer für 29 Milliarden Euro den britischen Chip-Designer ARM übernommen. Jetzt will Softbank, das bedeutende Anteile an Mobilfunk- und Internetkonzernen hält und nebenbei humanoide Roboter entwickelt, zusammen mit Saudi-Arabien den weltgrößten Technologiefonds auflegen, berichten "Financial Times" und AP.

In den kommenden fünf Jahren werde Softbank 25 Milliarden Dollar in den Fonds einzahlen, weitere 45 Milliarden Dollar investiere Saudi Arabiens Staatsfonds. Das Investment-Vehicle mit Sitz in London soll dann mit weiterem Geld der Japaner und Saudis auf 100 Milliarden Dollar anwachsen, heißt es in dem Bericht. In Zeiten teils überbordender Bewertungen von US-Technologiefirmen lässt allein die schiere Größe aufhorchen. Zum Vergleich: Mit 100 Milliarden Dollar läge so viel Geld im Topf wie alle US-Risikokapitalgeber in den vergangen zweieinhalb Jahren investiert haben.

"Wir werden zum weltgrößten Technologie-Investor"

"Unser Fonds wird damit für die nächsten zehn Jahre zum weltweit größten Technologie-Investor", kündigt Masayoshi Son dann auch für japanische Attitüde eher unbescheiden an. Noch ist unklar, ob das Geld vornehmlich in Start-ups oder arrivierte Technologieunternehmen fließen soll.

Analysten von Nomura interpretierten am Freitag die Gründung des Fonds vor dem Hintergrund der ARM-Übernahme als "ganz natürlichen Schritt". Softbank versuche damit ganz bewusst, das Geschäft von ARM künftig zu stärken. Saudi Arabiens Staatsfonds wiederum wolle auf diese Weise sein Portfolio an Technolgie-Beteiligungen diversifizieren. Erst zu Jahresbeginn hatten sich die Araber mit 3,5 Milliarden Dollar an einer Finanzierungsrunde des Fahrdienstleisters Uber beteiligt.

Saudi-Arabien will bis zum Jahr 2030 seine Abhängigkeit vom Erdöl deutlich verringern. Bei dieser fundamentalen Neuausrichtung der saudi-arabischen Volkswirtschaft setzt Kronprinz Mohammed bin Salman auch stark auf die Unterstützung Japans und anderer asiatischer Staaten. Im vergangenen Monat traf er in Tokio unter andeem Japans Premier, den japanischen Kaiser - und eben den Softbank-Chef Masayoshi Son.

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