Dienstag, 26. März 2019

Cisco gegen Microsoft Skype-Urteil besiegelt Ciscos dreifache Niederlage

Microsoft darf Skype ohne Auflagen übernehmen. Dies hat das zweithöchste Europäische Gericht heute entschieden. Dem Netzwerkkonzern Cisco hätte ein Erfolg seiner Klage wohl auch nichts gebracht. Denn die Herausforderungen im Videokonferenzgeschäft lassen sich nicht vor Gericht lösen.

Luxemburg - Chats, Internettelefonie, Videokonferenzen im Web: Der Markt für so genannte Collaboration-Dienste floriert. Besonders umkämpft ist das Milliardengeschäft mit Firmenkunden. Heute kam es vor dem zweithöchsten EU-Gericht in Luxemburg zum Showdown der zwei europäischen Marktführer, der IT-Konzerne Cisco Börsen-Chart zeigen und Microsoft Börsen-Chart zeigen.

Die Frage, die das Gericht zu klären hatte, lautete: Besitzt Microsoft durch die 2011 erfolgte Übernahme des Sprach- und Videokommunikationsanbieters Skype künftig ein Monopol, das andere Anbieter ins Abseits drängen könnte? Dies ist der Standpunkt Ciscos und des Nebenklägers, des kleinen italienischen Skype-Rivalen Messagenet.

Die Microsoft-Übernahme von Skype war ein "Wendepunkt im Videokommunikationsmarkt", hatte Ciscos Anwalt Luis Ortiz Blanco während des Prozesses zu Protokoll gegeben. Der Zusammenschluss "schaffe ein faktisches Monopol und verurteile Wettbewerber zu einem Nischendasein". Und Anwaltskollege Alfonso Lamadrid attestierte: Die Kommission habe diese Bedenken weggewischt. "Ihre Prüfung war, bei allem Respekt, fahrlässig."

Die EU-Kommission, die den Kauf Skypes durch Microsoft ohne Auflagen genehmigt hatte, war von dieser Argumentation nicht überzeugt. "Die Antragsteller haben es nicht geschafft, Beweise zu liefern, dass ihnen die Übernahme Schaden zufügen könnte", sagte ihr Anwalt Corneliu Hoedlmayr den Luxemburger Richtern - und verwies auf mehrere Wettbewerber wie Google Börsen-Chart zeigen oder den Skype-Konkurrenten Viber.

Cisco beherrscht das Videokonferenzgeschäft in Firmen

Die Richter sahen das ähnlich und folgten nun der Entscheidung der EU-Kommission aus dem Oktober 2011. Ihr Urteil: Microsoft darf Skype ohne Auflagen übernehmen. Der Zusammenschluss schränke weder den Wettbewerb auf dem Markt der privaten Videotelefonie noch der Geschäftskommunikation ein.

Für Branchenexperten ist das wenig überraschend. "Ich glaube nicht, dass es in Deutschland oder Europa zu einer marktbeherrschenden Stellung von Microsoft durch eine Verknüpfung seiner Angebote Lync und Skype kommt", sagt Axel Oppermann vom IT-Beratungsunternehmen Experton. Die Synergien, die sich aus einer Integration des stark auf Privatkunden ausgerichteten Telefondienstes Skype und den auf Firmenkunden ausgerichteten Dienst Lync ergeben, hält er für überschaubar.

Abgesehen davon beherrsche Cisco den Geschäftskundenmarkt für integrierte Kurznachrichten-, Sprach- und Videodienste nach wie vor mit seiner Software Webex und der Collaboration-Plattform Jabber, während Microsoft mit Lync im Firmenkundengeschäft lediglich die Position des Herausforderers inne habe, gefolgt wiederum vom Branchendino IBM Börsen-Chart zeigen, der seinen eigenen integrierte Sprach-, Daten- und Videoservice namens Sametime ins Rennen schicke.

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