Mittwoch, 20. März 2019

Manager parliert über Schmutzkampagne PR-Desaster bringt Uber-Chef Kalanick in Erklärungsnot

Protest gegen Uber: Wegen seiner rüden Methoden ist der Fahrdienstanbieter immer wieder die Zielschreibe von Demonstrationen. Gedankenspiele eines Managers könnten jetzt das Fass zum Überlaufen und Uber-Chef Kalanick zum Handeln zwingen

Sabotageversuche gegen Konkurrenten, umstrittene Kreditvermittlung und nun noch Gedankenspiele über Schmutzkampagnen gegen missliebige Journalisten. Der Fahrdienstvermittler Uber kommt nicht aus den Negativschlagzeilen. Kippt jetzt die Stimmung?

Hamburg/New York - Der US-Fahrdienst Uber ist eine der größten Wetten der Techindustrie - und eine der skandalträchtigsten. Kaum eine Woche vergeht, in der Uber nicht in die Schlagzeilen gerät - mit Sabotageversuchen gegen den Konkurrenten Lyft, fragwürdigen Krediten, horrenden Preissprüngen, sexualisierter Werbung oder prügelnden Fahrern.

Löste mit seinen Äußerungen einen Sturm der Entrüstung aus: Uber-Manager Emil Michael
Bloomberg via Getty Images
Löste mit seinen Äußerungen einen Sturm der Entrüstung aus: Uber-Manager Emil Michael
Diese Negativ-Presse stößt dem Unternehmen sauer auf - und veranlasste einen Uber-Manager nun dazu, laut über gezielte Schmutzkampagnen gegen missliebige Journalisten nachzudenken. Emil Michael, bei Uber für das operative Geschäft zuständig, sprach bei einer Veranstaltung in den USA darüber, das Privatleben von Journalisten ausforschen zu lassen, um sie später mit möglichen Erkenntnissen unter Druck zu setzen.

Eine Million Dollar für Dirt-Digger

Während eines Essens, bei dem offenbar auch Uber-Chef Travis Kalanick zugegen war, dachte er laut "Buzzfeed" darüber nach, "eine Million Dollar" für jeweils vier Journalisten und vier sogenannte "Opposition Researchers" auszugeben, die dann deren "Privatleben und Familien" ausforschen könnten, um gegen missliebige Journalisten zurückzuschlagen. Dabei richtete sich Michael dem Bericht zufolge insbesondere gegen Sarah Lacy des Tech-Blogs "Pandodaily", die Uber wiederholt Frauenhass und Sexismus vorgeworfen hatte.

Uber rudert zurück

Als der Bericht in den USA hohe Wellen schlug, entschuldigte sich Michael. Er habe seinem Ärger bei dem Essen einfach Luft gemacht, schrieb er Lacy in einer Mail. "Weder ich noch mein Unternehmen würden jemals zu einem solchen Vorgehen greifen", versicherte er auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Auch ein Unternehmenssprecher distanziert sich von entsprechenden Überlegungen Michaels.

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