Mittwoch, 12. Dezember 2018

Recommerce boomt Warum gebraucht plötzlich sexy ist

Secondhand ist in: Kleid aus der Kollektion des Weimarer Labels Vilde Svaner
picture alliance / dpa
Secondhand ist in: Kleid aus der Kollektion des Weimarer Labels Vilde Svaner

Es war einmal wieder ein kollektiver Aufschrei mit Ansage. Als vor einigen Monaten das ZDF-Magazins Frontal 21 zusammen mit der "Wirtschaftswoche" über die Vernichtung von Neuware beim Versandhändler Amazon für zehntausende Euro täglich berichtete, ging eine Welle der Empörung durchs Land. Von einem riesengroßen Skandal sprachen Politiker - und unverantwortlichem Verhalten, das nicht in die Zeit passe.

So fragwürdig die im Handel weit verbreiteten Retourenzerstörung ist, so wenig schien das Thema Nachhaltigkeit viele Verbraucher lange zu interessieren, wenn es um ihr persönliches Einkaufsverhalten ging.

So hat sich die Bekleidungsproduktion zwischen den Jahren 2000 und 2014 nach Angaben von Greenpeace verdoppelt. Ganze 60 Kleidungsstücke kaufen sich deutsche Verbraucher demnach pro Jahr.

Und auch bei der Tragedauer hat der Fast-Fashion-Trend mit teilweise 24 Kollektionen im Jahr Spuren hinterlassen: Mittlerweile wird die Kleidung nur noch halb so lange getragen wie noch vor 15 Jahren. Spätestens nach drei Jahren werden mehr als die Hälfte der Oberteile, Hosen und Schuhe ausgemustert, wie eine repräsentative Greenpeace-Umfrage 2015 ergab. Jedes fünfte gekaufte Kleidungsstück - rund eine Milliarde Stücke in Deutschland - wird nie getragen. Eine weitere Milliarde kommt weniger als drei Monate zum Einsatz.

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