Donnerstag, 21. März 2019

Verkaufsgerüchte - Delisting möglich Scout24-Aktie schießt um 18 Prozent hoch

Scout24 ging erst vor drei Jahren an die Börse

Die Online-Anzeigenbörse Scout24 Börsen-Chart zeigen steht einem Bericht der "Financial Times" zufolge womöglich vor einer Übernahme durch Finanzinvestoren. Drei Jahre nach dem Börsengang hätten mehrere Beteiligungsgesellschaften ein Auge auf den Münchner Betreiber der Portale "ImmobilienScout24" und "AutoScout24" geworfen, hieß es in dem am Donnerstagabend veröffentlichten Bericht unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen.

Unter den interessierten Investoren sei auch der US-Investor Silver Lake, der sich auf Technologie-Unternehmen spezialisiert hat und erst im Mai den britischen Internet-Immobilienmarktplatz Zoopla für 2,2 Milliarden Pfund geschluckt hat.

Die Nachricht ließ die im MDax Börsen-Chart zeigen notierte Aktie von Scout24 Börsen-Chart zeigen am Morgen zunächst um 18 Prozent auf 42,42 Euro in die Höhe schießen. Scout24 war vor Handelsbeginn am Freitag an der Börse knapp 3,9 Milliarden Euro wert. Ein Käufer müsste dem Bericht zufolge einschließlich der Übernahme von Verbindlichkeiten wohl mehr als fünf Milliarden Euro auf den Tisch legen. Scout24 wappne sich schon mit Hilfe von Beratern und Investmentbankern für den Verkauf, schreibt die britische Wirtschaftszeitung. Ein Sprecher wollte sich am Donnerstagabend dazu nicht äußern.

Käufer müsste wohl 5 Milliarden Euro auf den Tisch legen

Erst im Juli hatte sich Scout24 mit dem Ratenkredit-Vermittler Finanzcheck.de verstärkt und dafür 285 Millionen Euro gezahlt. Wenig später erklärte Vorstandschef Greg Ellis seinen vorzeitigen Abschied. Zum Jahreswechsel soll ihn Tobias Hartmann ablösen, der vom Lebensmittel-Versender Hellofresh kommt und die Internationalisierung vorantreiben soll.

Scout24 ist bereits durch mehrere Hände gegangen. Die 2004 eingestiegene Deutsche Telekom verkaufte 2013 eine Mehrheitsbeteiligung von 70 Prozent für 1,5 Milliarden Euro an den Finanzinvestor Hellman & Friedman. Dieser brachte Scout24 zwei Jahre später an die Börse und trennte sich nach und nach mit Gewinn von seiner Beteiligung. Die letzten Aktien wurden im Februar verkauft.

rei/Reuters

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