Dienstag, 26. März 2019

Investment in Berliner Start-up GoEuro 150 Millionen Euro für eine Reise-Suchmaschine

Gründer Naren Shaam hat für sein Berliner Start-up GoEuro insgesamt 300 Millionen Euro eingesammelt
GoEuro Travel
Gründer Naren Shaam hat für sein Berliner Start-up GoEuro insgesamt 300 Millionen Euro eingesammelt

Die Reiseplattform GoEuro hat eine der größten Finanzierungsrunden des Jahres in der deutschen Start-up-Szene gestemmt. Das Berliner Unternehmen sammelte 150 Millionen Dollar ein, wie GoEuro am Dienstag mitteilte.

Die Bewertung des fünf Jahre alten Unternehmens liege nun in der Nähe von einer Milliarde Dollar, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person gegenüber der Nachrichtenagentur "Reuters". Das Unternehmen wollte sich zur Höhe der Bewertung nicht äußern.

GoEuro sucht Reiseverbindungen per Bus, Bahn oder Flugzeug heraus. Die Kunden können dann direkt bei GoEuro buchen, das dafür Provisionen von den Anbietern erhält. Die mobile Reiseplattform ist nach Angaben des Start-ups in 36 europäischen Märkten präsent und wird monatlich von 27 Millionen Nutzern angesteuert. Wie viel Umsatz das Start-up erzielt und ob es profitabel ist, verrät GoEuro auf Nachfrage von manager-magazin.de nicht.

Mit dem neuen Kapital will GoEuro nun die Expansion und die Verbesserung seines Produkts vorantreiben. In der aktuellen Runde hat sich GoEuro erneut namhafte Gesellschafter gesichert. Hauptinvestor war der schwedische Risikokapitalgeber Kinnevik, der in der Vergangenheit zahlreiche Investments gemeinsam mit dem Berliner Investor Rocket Internet Börsen-Chart zeigen getätigt hat. Unter anderem ist Kinnevik früh am Modeshop Zalando und den Online-Möbelversendern Home24 aus Berlin sowie Westwing aus München beteiligt gewesen, die mittlerweile börsennotiert sind.


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Maßgeblich an GoEuro beteiligt haben sich außerdem der singapurische Staatsfonds Temasek und die Investmentfirma Hillhouse Capital. Die Wagniskapitalgeber gesellen sich zu prominenten Investoren wie der Investmentbank Goldman Sachs, dem Silicon-Valley Investor Kleiner Perkis und dem Finanzinvestor Silver Lake, die bereits bei GoEuro engagiert waren. Insgesamt hat das junge Unternehmen seit dem Start rund 300 Millionen Euro erhalten.

GoEuro-Gründer Naren Shaam, der in Berlin 300 Mitarbeiter beschäftigt, verkündet außerdem eine neue Personalie für sein Start-up. Die Hauptaktionärin seines neuen Investors Kinnevik - Cristina Stenbeck - zieht in den GoEuro-Vorstand ein. Stenbeck saß bis 2016 im Vorstand des Modehändlers Zalando und ist Mitglied des Spotify-Aufsichtsrats.

kyr/rtr

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