Montag, 20. August 2018

Peking verweigert Zustimmung Handelsstreit torpediert NXP-Übernahme durch Qualcomm

Messestand von Qualcomm in Barcelona: Für seinen Rückzug bei NXP muss das Unternehmen zwei Milliarden Dollar zahlen

Der US-Chipkonzern Qualcomm gibt den rund 44 Milliarden Dollar schweren Übernahmeversuch des niederländischen Halbleiterspezialisten NXP nach fast zwei Jahren auf. Man werde das Angebot zum Ende des Tages zurückziehen, kündigte Qualcomm-Chef Steve Mollenkopf am Mittwochabend an. Qualcomm wolle stattdessen eigene Aktien von Anteilseignern für 30 Milliarden Dollar zurückkaufen. Auch die gleichzeitig vorgelegten Quartalszahlen fielen ermutigend aus - die Aktie legte nachbörslich zeitweise um mehr als 7 Prozent zu.

Für die Übernahme stand noch die Freigabe chinesischer Wettbewerbsbehörden an - mit der der US-Konzern im aktuellen Handelskonflikt nicht rechnet. Die Behörden in Peking müssen zustimmen, da NXP auch in China Geschäfte macht. Zugleich hielt sich der Chipkonzern noch die Hintertür offen, dass der Deal bei einer positiven Entscheidung aus China in den nächsten Stunden nach der Aufgabe-Ankündigung noch bestehen bleiben könne.

Qualcomm Börsen-Chart zeigen wollte sich mit der Übernahme von NXP unter anderem im Geschäft mit selbstfahrenden und vernetzten Autos stärken. Die Annahme des Angebots lief schleppend, im Februar schraubte Qualcomm die Offerte auf insgesamt 44 Milliarden Dollar hoch. Mit dem Rückzieher muss Qualcomm gemäß bisherigen Vereinbarungen zwei Milliarden Dollar an NXP zahlen.

Gewinn um 41 Prozent gesteigert

Im vergangenen Quartal stieg der Qualcomm-Umsatz im Jahresvergleich um 4 Prozent auf 5,6 Milliarden Dollar. Der Gewinn wuchs um 41 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar.

Qualcomm steckt in einem erbitterten Streit mit Apple Börsen-Chart zeigen , der das Geschäft belastet. Der iPhone-Konzern will niedrigere Lizenzzahlungen an den Chipspezialisten durchsetzen. Als Folge des Konflikts bekommt Qualcomm schon seit mehreren Quartalen keine Zahlungen mehr von iPhone-Zulieferern. Qualcomm wirft Apple im Gegenzug Patentverletzungen vor.

Die kommenden iPhone-Generationen sollen anscheinend ohne Qualcomm-Chips auskommen, teilte der Chipkonzern mit. Apple griff bei früheren iPhones zumindest in einigen Regionen auf Kommunikationschips von Qualcomm zurück. In Europa wurden allerdings zuletzt nur iPhones mit Funkmodems von Intel verkauft.

mg/dpa-afx

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