Samstag, 16. Februar 2019

Rücktritt nach Turbo-Expansion Movinga-Gründer schmeißen hin

Movinga-Gründer Bastian Knutzen (r) und Chris Maslowski (l)

Die beiden Gründer des einst hoch gelobten Umzugsdienstleisters Movinga, Bastian Knutzen (23) und Chris Maslowski (24), ziehen sich aus der Geschäftsführung zurück. Entsprechende Informationen von manager-magazin.de bestätigte ein Sprecher am Freitagabend.

Demnach werden Finn Hänsel (bereits in der Geschäftsführung) und Christoph Müller-Guntrum (bislang Vice President Growth) das Umzugs-Start-up künftig leiten. Knutzen und Maslowski bleiben dem Unternehmen als Beiräte erhalten.

Knutzen und Maslowski hatten Movinga erst Anfang 2015 als Studenten der Privatuniversität WHU gegründet. Seitdem war das Start-up extrem schnell gewachsen. Die Gründer sammelten über 30 Millionen Euro Wagniskapital ein und expandierten in mehrere Länder. Laut einer internen Mail, die manager-magazin.de vorliegt, räumen die Gründer nun ein, dass dies ein Fehler gewesen sei ("Wir haben zu schnell skaliert"). Demnach will sich das Start-up, das unter anderem von Index Ventures und Global Founders Capital, dem Wagnisfonds der Samwer-Brüder, finanziert wurde, nun zunächst auf das Geschäft in Deutschland und Frankreich konzentrieren. Etwa ein Viertel der gut 400 Beschäftigten wird das Unternehmen nach Informationen von manager-magazin.de verlassen müssen.

Wegen einer mutmaßlichen Urkundenfälschung ermittelt derzeit die Staatsanwaltschaft gegen die Gründer Knutzen und Maslowski, wie manager magazin in seiner Juni-Ausgabe berichtete. Offen bleibt, ob die Ermittlungen Einfluss auf den Rückzug der beiden hatten.

Knutzen und Maslowski waren von zahlreichen Medien als Gründer gefeiert und dabei mehrfach als Absolventen der Privat-Uni WHU bezeichnet worden. Ein Sprecher sagte nun, beide hätten an der WHU studiert, ihr Studium dort aber nicht abgeschlossen und dies auch selbst nie behauptet. Nachdem zuvor manager magazin in dieser Sache bei der WHU angefragt hatte, hatte die Privat-Uni auf ihrer Alumni-Website einen entsprechenden Eintrag bereits geändert. Weiter wollte sich die WHU aus "grundsätzlichen" Erwägungen nicht dazu äußern.

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