Sonntag, 18. November 2018

Per Bluttest und KI zu besserem Essen Warum Nestlé unsere DNA will

DNA-Rendering: Der Konsumgüterhersteller Nestlé lässt in Japan die DNA seiner Kunden analysieren
Getty Images
DNA-Rendering: Der Konsumgüterhersteller Nestlé lässt in Japan die DNA seiner Kunden analysieren

Die Zeiten, in denen Lebensmittelkonzerne ihre Kunden und Aktionäre mit Pulversoßen und Schokoriegeln zufrieden stellen konnten, sind lange vorbei. Angesichts von Zuckersteuer und Selbstoptimierungswahn versuchen Unternehmen wie Nestlé, Danone und Unilever zunehmend vom Image der Dickmascher-Industrie wegzukommen. Und mit gesunden, margenträchtigen Produkten ihr Produkt-Portfolio aufzupolieren

Der Schweizer Konsumgüterkonzern Nestlé hat in Japan ein Pilotprojekt gestartet, das einen Einblick gibt, wie wir uns in Zukunft ernähren könnten. Erklärtes Ziel: Mit Hilfe von DNA-Tests die Gesundheit der Kunden zu verbessern.

Bereits 100.000 Abonnenten hat Nestlé laut der Nachrichtenagentur Bloomberg für sein "Nestle-Wellness-Ambassador"-Projekt bereits gewonnen. Ein Programm das den Angaben zufolge 600 Dollar pro Jahr kosten kann.

Darin eingeschlossen: Kohl-Smoothies, mit Vitaminen versetzte Snacks und mit Nährstoffen angereicherte Kapseln, mit denen Kunden sich auf der ebenfalls vom Konzern gestellten Kapselmaschine Grüntee-Milch-Getränke bereiten können.

Aber das ist noch nicht alles. Um Informationen über den aktuellen Gesundheitsstand seiner Kunden zu bekommen, geht Nestlé noch einen Schritt weiter. Und verschickt DNA- und Bluttestkits an die Teilnehmer, mit Hilfe derer diese selber - aber auch Nestlé - noch mehr über deren Gesundheitszustand erfahren können. Beispielsweise ob sie eine erhöhtes Erkrankungsrisiko für Diabetes haben oder eine Tendenz zu einem erhöhten Cholersterinspiegel.

Außerdem können die Abonnenten über einen Messenger Bilder ihrer Mahlzeiten hochladen, die dann per App ausgewertet werden. Im Gegenzug gibt es dann persönlich zugeschnittenen Supplement- und Lebensstiltipps.

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