Dienstag, 26. März 2019

Per Bluttest und KI zu besserem Essen Warum Nestlé unsere DNA will

DNA-Rendering: Der Konsumgüterhersteller Nestlé lässt in Japan die DNA seiner Kunden analysieren
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DNA-Rendering: Der Konsumgüterhersteller Nestlé lässt in Japan die DNA seiner Kunden analysieren

3. Teil: Wo die Konkurrenz steht

Auch bei der Konkurrenz wird fleißig an gesundheitsfördernden Mitteln und Technologien geforscht. Ist doch der Markt äußerst attraktiv. Mit einem erwarteten Anstieg der Bevölkerung über 60 Jahren auf 2,1 Milliarden Menschen im Jahr 2050 dürfte der Bedarf an gesundheitsfördernden Mitteln massiv steigen.

Alleine der weltweite Markt für Nahrungsergänzungsmittel dürfte nach Einschätzung des Marktforschungsinstituts Grand View Research von from 2016 bis 2024 um jährlich 9,6 Prozent auf 278 Milliarden Dollar zulegen.

So investierte der US-Lebensmittelkonzern Campbell Soup, zu dem auch Marken wie V8 oder Pepperidge Farm gehören, bereits 2016 in das US-Start-up Habit. Das Unternehmen aus San Francisco bietet Kunden auf Basis von DNA-Tests und Blutbildern Ernährungs-tipps und -coaching sowie auf die speziellen Bedürfnisse zugeschneiderte Mahlzeiten an.

Und auch Univerlever und Danone sind längst im Gesundheitsbereich aktiv. So übernahm Unilever im Juni eine Mehrheitsbeteiligung am italienischen Gesundheitsanbieter Equlilbra, der neben Pflegeprodukten auch Nahrungsergänzungsmittel vertreibt.

Danone wiederum forscht in seinem Precision Nutrition D-Lab in Singapur daran, wie Big Data und KI für die Herstellung maßgeschneiderter Nahrung genutzt werden können. Unter anderem werteten die Forscher das Schreiverhalten von Säuglingen aus, um mit Hilfe dieser Daten kolikbekämpfende Nahrung zu entwickeln. Zudem forscht die Einrichtung an KI-gestützen Technologien, die Eltern und Gesundheitspersonal Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand von Kindern ermöglichen sollen. Oder entwickelt Chatbots, die Eltern beraten sollen.

Auch wenn einige Wissenschaftler zweifeln, ob Nahrungsergänzungsmittel tatsächlich die Lösung für Ernährungsprobleme sind. Daran, dass sich mit so genanntem "functional Food" gute Geschäfte machen lassen, ist man sich in der Branche einig. Wahrscheinlich, sagt der Analyst Jon Cox von Kepler Cheuvreux, "wird in einigen Jahrzehnten kein Unternehmen mehr daran vorbeikommen".

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