Montag, 25. März 2019

Kampf um Kabel Deutschland Vodafone will Liberty Global ausstechen

Großbritanniens Mobilfunkriese Vodafone: Im Zweikampf mit Liberty Global um Kabel Deutschland

Der Netzbetreiber Kabel Deutschland ist in einen erbitterten Zweikampf geraten, doch selbst nur Zuschauer des Spektakels: Der US-Medienkonzern Liberty Global hat versucht, Vodafone bei dessen erhoffter Übernahme von Kabel Deutschland zu übertrumpfen. Doch jetzt schlägt Vodafone zurück.

London - Vodafone will sich Kreisen zufolge bei der angepeilten Übernahme von Kabel Deutschland nicht die Suppe versalzen lassen. Der britische Mobilfunkriese habe sein Angebot auf etwa 7,5 Milliarden Euro erhöht, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag. Dies entspräche einem Preis je Aktie von knapp 85 Euro.

Dem Vernehmen nach hatte Vodafone Börsen-Chart zeigen ursprünglich 80 bis 82 Euro auf den Tisch legen wollen. Am Montagabend aber hatte Kabel Deutschland bekanntgegeben, dass der US-Kabelnetzbetreiber Liberty Global Börsen-Chart zeigen einen "vorläufigen Vorschlag" eingereicht habe. Der "Financial Times" zufolge bieten die Amerikaner etwa 85 Euro. Vodafone hätte mit seinem erhöhten Angebot also mit dem US-Konzern gleichgezogen.

Kabel Deutschland Börsen-Chart zeigen berichtete in einer knappen Pflichtmitteilung am Montagabend über einen "vorläufigen Vorschlag" des zum Imperium des Murdoch-Rivalen John Malone gehörenden Kabelnetzbetreibers. Wie schon bei der Offerte des britischen Mobilfunkriesen Vodafone gebe es aber keine Gewissheit darüber, dass auf den Vorschlag von Liberty Global eine Transaktion folgen werde. Auch sei nicht klar, wie die Bedingungen aussehen könnten. Vodafone hatte vor eine Woche ebenfalls sein Interesse bekundet.

Bereits Anfang des Jahres hatte es ein erstes Werben aus London gegeben - damals legte Vodafone das Vorhaben allerdings erstmal auf Eis, nachdem die Pläne öffentlich bekannt wurden; manager magazin hatte davon vorab berichtet. Auch über das Interesse von Liberty Global war bereits berichtet worden.

Die Übernahme von Kabel Deutschland ist allerdings kein einfaches Unterfangen: Der weit überwiegende Teil der Aktien befindet sich im Streubesitz, größter Aktionär ist mit etwa 10 Prozent die Investmentfirma Blackrock. Vor allem aber dürften die deutschen Kartellwächter sehr genau prüfen.

Ein Unternehmen zu zwei verschiedenen Zwecken

Liberty Global hat in Deutschland bereits die Kölner Unitymedia und KabelBW geschluckt und zusammengeführt. Das Bundeskartellamt dürfte also bei einer möglichen Übernahme ein Wörtchen mitreden und könnte möglicherweise einen solchen Deal verhindern oder mit harten Auflagen verbinden. Auch ein Kauf durch Vodafone dürfte genau geprüft werden, auch wenn in Branchenkreisen damit gerechnet wird, dass so ein Projekt einfacher sein könnte. Unklarheit herrscht bisher über den Preis, denn die Interessenten auf den Tisch legen müssten.

Vodafone, die Nummer zwei auf dem weltweiten Mobilfunkmarkt nach Kundenzahl, will mit einem Kauf von Kabel Deutschland vor allem die Deutsche Telekom Börsen-Chart zeigen attackieren. Konzern-Chef Vittorio Colao will Kunden europaweit kombinierte Telekommunikations-, Internet- und Fernsehdienste anbieten. Das steigert den Umsatz und verbessert die Bindung der oft wechselfreudigen Mobilfunkkunden. Zudem treibt der Boom bei Smartphones und mobilem Internet den Datenverkehr in den Mobilfunknetzen stetig nach oben. Kabelanbieter könnten hier Entlastung bieten.

Liberty-Media-Eigner Malone hingegen will vor allem seinen Rivalen Rupert Murdoch treffen, der mit Sky Deutschland Börsen-Chart zeigen versucht, Bezahlfernsehen in Deutschland nach Jahren der Dürre auf die Gewinnerstraße zu bringen. Liberty Global will im September mit seiner Multimedia-Plattform Horizon der Deutschen Telekom und Sky Deutschland Konkurrenz machen. "Wir haben Horizon bereits in zwei europäischen Ländern eingeführt - Irland ist als drittes gerade am Start - und sind daher sehr optimistisch, in Deutschland schnell zulegen zu können", sagte jüngst Mike Fries, Chef von Liberty Global.

kst/bloomberg/dpa-afx/rtr

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