Montag, 17. Dezember 2018

JD.com expandiert Chinesischer Online-Gigant greift deutsche Händler an

E-Commerce: Diese deutschen Onlineshops setzen mehr als 500 Millionen Euro um
REUTERS

Der zweitgrößte chinesische Onlinehändler JD.com will weiter expandieren. Unternehmensgründer Richard Liu sagte dem "Handelsblatt", er wolle künftig in Deutschland und Europa Produkte an Endkunden verkaufen. Bis Ende des Jahres solle die Strategie stehen, wie der Markt erschlossen werde. Noch 2018 will Liu ein Büro in Deutschland eröffnen.

Der Konzernchef erwägt außerdem den Aufbau eines Logistikzentrums in Deutschland - in Frankreich betreibt JD.com bereits eines. Zudem zeigte er sich offen für Übernahmen in Europa. "Wenn wir eine gute Chance sehen, dann nutzen wir sie."

Für deutsche Onlinehändler bedeutet der Schritt mächtigen Wettbewerb. JD.com schrieb 2017 einen Umsatz von rund 56 Milliarden Dollar und reinvestiert sein Geld aggressiv, um zu wachsen.

Neben JD.com plant der chinesische E-Commerce-Wettbewerber Alibaba ein neues Logistikzentrum in Belgien sowie per Tochterunternehmen ein Versandlager in Prag, berichtet die Zeitung. Der Konzern von Jack Ma bestreitet allerdings bisher, deutschen Shops direkt Konkurrenz machen zu wollen. Alibaba setzte in dem Geschäftsjahr bis Ende März 2018 knapp 40 Milliarden Dollar um und wird an der Börse mit 480 Milliarden bewertet.

Auf dem deutschen E-Commerce-Markt geraten die einheimischen Händler in Gefahr, immer weiter zurückzufallen. Vorherrschend ist längst der US-Konzern Amazon. 2017 setzte er mit Amazon.de allein 8,8 Milliarden Euro um. Weit ab folgt auf Platz zwei die Otto Group mit dem Shop Otto.de, der in dem Jahr 3,1 Milliarden Euro umsetzte. Dann kommt der Berliner Modehändler Zalando, der via Zalando.de 1,3 Milliarden Euro Umsatz erzielte.

Die chinesische Konkurrenz JD.com und Alibaba wachsen seit Jahren rasant. Die Managementberatung Oliver Wyman rechnet damit, dass "die beiden Onlinegiganten bereits 2025 mit rund 553 Milliarden Euro mehr Umsatz machen werden als die zehn größten deutschen Handelsgruppen bei stabilem Wachstum".

rtr/kyr

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