Montag, 20. August 2018

Kritik an Einwanderungspolitik und Medienschelte Wie sich Ivanka Trump von ihrem Vater distanziert

Ivanka Trump, Tochter und Beraterin des US-Präsidenten

US-Präsident Donald Trump bezeichnet kritische Medien als "Feinde des Volkes" - nun hat seine eigene Tochter und Beraterin deutlich gemacht, dass sie diese Einschätzung nicht teilt. Ivanka Trump sagte am Donnerstag bei einer Veranstaltung des Informationsdienstes "Axios" in Washington auf die Frage, ob sie Medien ebenfalls für "Feinde des Volkes" halte: "Nein, das tue ich nicht."

Sie wisse zwar aus eigener Erfahrung, wie es sich anfühle, wenn man Opfer falscher Berichterstattung wird. "Aber nein, ich habe nicht das Gefühl, dass die Medien Feinde des Volkes sind."

Trump fand umgehend eine Rechtfertigung: "Sie haben meine Tochter Ivanka gefragt, ob die Medien die Feinde des Volkes sind. Sie hat korrekterweise nein gesagt. Es sind die FAKE NEWS, welche ein großer Teil der Medien sind, die die Feinde des Volkes sind", schrieb er auf Twitter.

Kritische Berichterstattung über seine Politik, wie sie etwa die vielfach ausgezeichnete "New York Times" betreibt, bezeichnet Trump immer wieder als "Fake News". Den Medien wirft er vor, Verschwörungstheorien zu verbreiten und der Demokratie zu schaden.

Dabei nimmt gerade Trump es mit der Wahrheit nicht sonderlich genau. Die Faktenprüfer der "Washington Post" hatten am Mittwoch berichtet, dass Trump in den 558 Tagen seit Amtsantritt 4229 falsche oder irreführende Angaben gemacht hat - das seien 7,6 Behauptungen pro Tag. Das Blatt gehört ebenfalls zu den bevorzugten Zielscheiben des Präsidenten.


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Trumps Sprecherin Sarah Sanders wurde bei einer Pressekonferenz am Donnerstag im Weißen Hauses zur Aussage von Ivanka Trump gefragt, ob sie deren Einschätzung teile. Sanders vermied es, dazu Stellung zu nehmen und die Medien von dem Vorwurf freizusprechen. Sanders verwies darauf, dass sie für den Präsidenten spreche und dass Trump seine Meinung in der Frage klargemacht habe.

Kritik an der Trennung von Einwandererfamilien

Ivanka Trump aber hat sich nicht nur in der Medienfrage von ihrem Vater distanziert, sondern auch bei der Einwanderungspolitik. Donald Trump hatte verordnet, einwandernde Kinder von ihren Eltern an der Grenze zu trennen. Tausende Kinder wurden daraufhin monatelang von ihren Eltern ferngehalten. In den Unterbringungen durften die Pfleger Kinder ab fünf Jahren nicht mehr berühren, auch untereinander durften die Kinder sich nicht anfassen, berichtet die New York Times. Zahlreiche hätten psychische Schäden davongetragen.

Diese Praktiken nannte Ivanka Trump einen "Tiefpunkt" ihrer Zeit im Weißen Haus. Sie sei "vehement gegen die Trennung von Familien und gegen die Trennung von Eltern und ihren Kindern".

dpa/AP/kyr

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