Montag, 21. Januar 2019

Dollarflut für junge US-Unternehmen Investitionen in US-Startups erreichen Höchststand

Dollarflut für US-Startups: Im ersten Quartal erhielten junge Unternehmen insgesamt 13,4 Milliarden Dollar

In den USA hat das Volumen an ausgezahltem Risikokapital den höchsten Stand seit dem Platzen der Dotcom-Blase erreicht. Im ersten Quartal schlossen Investoren mit Startups 1020 Transaktionen ab, die ein Gesamtvolumen in Höhe von 13,4 Milliarden Dollar hatten. Das waren 26 Prozent mehr als im Vorjahr investiert wurde. Das ist das Ergebnis des MoneyTree Reports, der von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers und der National Venture Capital Association herausgegeben wird.

In den vergangenen Monaten hatten viele Startups über vergleichsweise hohe Finanzierungsrunden berichtet. Selbst Startups, die noch in der Testphase sind, erhielten vergleichsweise hohe Summen. Ein E-Commerce-Händler soll sogar noch vor dem Start mehr als 100 Millionen Dollar Anschubfinanzierung kassiert haben. Die ersten erfahrenen Risikokapitalgeber warnten bereits vor einer weiteren Geldschwemme für junge Unternehmen.

Bei vielen Transaktionen beteiligten sich zuletzt mehr und mehr Hedgefonds und größere Private Equity Firmen. Sie wollen junge Unternehmen mit Potenzial mangels alternativer Anlagemöglichkeiten unterstützen und wetten dabei auf einen lukrativen Ausstieg via Börsengang oder Verkauf.

Der Smartphoneboom brachte zwar neue Geschäftsmöglichkeiten hervor, allerdings müssen viele Unternehmen ihre Nachhaltigkeit erst noch beweisen. Manche Risikokapitalgeber fürchten, die Gründer würde das Geld zu schnell ausgeben und sobald es Engpässe auf dem Finanzmarkt gebe, drohte der Kollaps.

Viele junge Unternehmen verschaffen sich Polster und Geld für Übernahmen

Allerdings nutzten auch einige Startups die Geldschwemme durch Investoren und sammelten Kapital ein, obwohl sie es eigentlich nicht benötigten. So griff beispielsweise Slack, Hersteller einer Kommunikationssoftware, vor einer Woche nach 160 Millionen Dollar, obwohl das Geld aus der Finanzierungsrunde vom vergangenen Oktober nicht einmal angerührt wurde.

Man schaffe sich ein Ruhepolster und sammle gegebenenfalls Geld für Übernahmen oder die Expansion, sagte Unternehmensgründer Stewart Butterfield dem Technologieportal "Recode".

Dem MoneyTree Report zufolge brachen zwölf Unternehmen bei ihren Finanzierungsrunden die Schwelle von 100 Millionen Dollar. Ein Drittel der 13,4 Milliarden Dollar ging an Unternehmen, die bereits ein paar Jahre alt sind und schon mehrere Kapitalspritzen hinter sich hatten. Softwareunternehmen wurden von Investoren erneut überdurchschnittlich mit Geld versorgt.

Insgesamt ging 42 Prozent der Gesamtsumme an Software-Startups. 2006 lag diese Quote noch bei 21 Prozent. Der zweite Sektor, der von spendablen Investoren profitierte, war die Biotechnologiebranche. Für 124 Deals kam eine Summe von 1,7 Milliarden Dollar zusammen.

© manager magazin 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung