Freitag, 19. Oktober 2018

Boom der Außenwerbung Warum Google an den digitalen Litfaß-Säulen verzweifelt

Google in Kalifornien

Dem Werbegiganten Google droht in einem stürmisch wachsenden Segment seines Kernmarktes ein schwerer Misserfolg. Das Tech-Unternehmen möchte nach einem Bericht der Wirtschaftswoche in den Markt für digitale Außenwerbung einsteigen - also die großen und kleinen Video-Werbeflächen in den Städten vermarkten.

Der US-Konzern reagiert damit auf eine unerwartete Entwicklung in seinem Stammgeschäft: Nach Angaben des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft stieg der Nettoumsatz mit Außenwerbung 2017 insgesamt um 11,4 Prozent auf 1,15 Milliarden Euro - so stark wie kein anderes Segment. "Online und Mobile" etwa, das Google zusammen mit Facebook dominiert, folgte nur auf Platz zwei mit einem Zuwachs von 8 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro.

Allerdings versperren Google Börsen-Chart zeigen traditionelle Anbieter in Deutschland den Markteintritt. Die Verträge, um die traditionellen Plakatwände und neue Videoflächen zu vermarkten, werden von den Städten vergeben - und das meist für einen langen Zeitraum mit Vertragsdauern von bis zu 15 Jahren. Beherrscht wird der Markt von Unternehmen wie Ströeroder dem französischen JCDecaux - deren Strategen nach Informationen von manager-magazin.de bislang keinen Grund sehen, ihre Flächen Google zur Verfügung zu stellen.

Google müsste also mühsam eine Ausschreibung nach der nächsten gewinnen, bis es einen relevanten Marktanteil gewinnen könnte. Laut Wirtschaftswoche will der Konzern unter anderem Werbung auf digitalen Bildschirmen in Bahnhöfen vermarkten und dafür auch Nutzerdaten verwenden. Die entsprechende Technik habe ein Google-Manager unlängst Agenturen und Medienunternehmen vorgestellt. Doch mit der Deutschen Bahn unterhält beispielsweise der deutsche Marktführer Ströer langfristige Verträge für die Außenwerbung.

Google lehnte einen Kommentar zu dem Bericht ab.

Der Artikel wurde ergänzt und aktualisiert.

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